213 Millionen Euro für Lehrer im Freistaat

Dresden – Eigentlich wollte die sächsische Landesregierung das Maßnahmenpaket gegen den Lehrermangel im Freistaat schon vor anderthalb Wochen verabschieden. Doch auch nach dem elften Spitzengespräch waren die Verhandlungen ergebnislos zu Ende gegangen. In der Nacht zum Mittwoch hat sich die schwarz-rote Regierungskoalition nun auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket verständigen können. Eine entsprechende Vorlage wurde bereits vom Kabinett beschlossen.

213 Millionen Euro will die sächsische Landesregierung in den kommenden zwei Jahren gegen den Lehrermangel in Sachsen investieren. Das ist das Ergebnis der langen Verhandlungsnacht der Arbeitsgruppe der Regierungskoalition von CDU und SPD. Mit dem beschlossenen neuen Maßnahmenpaket soll vor allem die finanzielle Attraktivität des Lehrerberufs im Freistaat erhöht werden, wie der stellvertretende Ministerpräsident Martin Dulig sagt: „Wir wollen nicht zulassen, dass unser gutes Bildungssystem durch Lehrermangel gefährdet wird. Da sind wir in der Verantwortung und wollen durch das Paket den Lehrerberuf insgesamt wieder attraktiver gestalten. Nur so kann unser Schulsystem satabilisiert werden.“

Einerseits sollen ältere Lehrkräfte durch geringere Arbeitszeiten ermutigt werden, später in Rente zu gehen. Andererseits will die Landesregierung junge Lehrer künftig durch höhere Einstiegsgehälter und finanzielle Zulagen in Mangelregionen und -fächer locken. Kultusministerin Brunhild Kurth will dafür das gesamte Einstellungsverfahren anpassen: „Wir werden in den kommenden Schuljahren bis zu 2.000 neue Lehrkräfte einstellen. Dazu werden wir transparent versuchen, für den Beruf des Lehrers zu werben.“

Auch die Qualifizierung von Seiteneinsteigern soll künftig anders gestaltet und besser vergütet werden. Fortan werden sie eine dreimonatige Einstiegsfortbildung absolvieren und Mentoren zur Seite gestellt bekommen. Anschließend sollen sie berufsbegleitend universitär weiter qualifiziert werden. Bei der Lehrergewerkschaft GEW stößt das neue Maßnahmenpaket allerdings auf Kritik.
„Das größte Problem ist, dass das ganze Paket mehr Druck an den Schulen erzeugen wird. Vor allem aktive Lehrkräfte werden durch Mehrbelastung gefordert. Zudem müssten sie als Mentoren Seiteneinsteiger mit qualifizieren. Das könnte zu Problemen führen.“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse gegenüber SACHSEN FERNSEHEN.

Die beschlossenen Änderungen treten ab dem 1. Januar 2017 in Kraft. Eine Verbeamtung von Lehrern, wie sie in vielen Bundesländern üblich ist, ist allerdings auch in dem neuen Maßnahmenpaket nicht vorgesehen.