60.000 Euro Geldstrafe für Bullenkopf

Frankfurt/ Dresden – Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat die SG Dynamo Dresden am Montag in mündlicher Verhandlung wegen sechs Fällen von unsportlichem Verhalten seiner Zuschauer nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss zu einer Geldstrafe von 60.000 Euro verurteilt. Darüber muss die SGD ein Zweitliga-Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.

Das Sportgericht widerrief damit die Strafaussetzung aus dem letzten Urteil gegen Dynamo Dresden vom 15. Juli 2016, in dem der Zuschauer-Teilausschluss bis zum 30. April 2017 auf Bewährung ausgesetzt war. Der Teilausschluss betrifft das der Rechtskraft des Urteils folgende Meisterschaftsheimspiel. Dabei müssen die Blöcke K1 bis K5 geschlossen bleiben, was 9.055 Stehplätze betrifft. Die SGD, vertreten durch Rechtsanwalt Christian Quirling und die Geschäftsführer Michael Born und Ralf Minge, hatte auf eine Geldstrafe von maximal 40.000 Euro plädiert. Die angestrebte Konsenslösung wurde nicht erreicht.
Gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts kann binnen einer Woche Berufung vor dem DFB-Bundesgericht eingelegt werden. Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born erklärte nach der Verhandlung in Frankfurt: „Das Spiel gegen Leipzig ist durch sorgfältige Vorbereitung trotz hoher Brisanz und negativer Prognosen friedlich abgelaufen, die Partie verlief absolut gewaltfrei. Das Urteil des DFB-Sportgerichts erachten wir vor diesem Hintergrund als absolut nicht verhältnismäßig. Dass einige Spruchbänder und der Bullenkopf grenzüberschreitende Geschmacklosigkeiten waren, haben wir immer gesagt und uns davon auch deutlich distanziert. Wir werden in den kommenden Tagen gemeinsam mit den Gremien und Fanvertretern des Vereins über unser weiteres Vorgehen beraten. Ohne diesen Gesprächen vorwegzugreifen, halten wir als Geschäftsführung eine Berufung vor dem DFB-Bundesgericht gegenwärtig für wahrscheinlich.“