Abgerissene Brücke sorgt für Unmut in Chemnitz-Reichenbrand

Chemnitz – Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Chemnitzer Stadtteil Reichenbrand fühlen sich buchstäblich im Regen stehen gelassen.

Grund ist die nicht mehr vorhandene Fußgängerbrücke über den Wiesenbach. Die Stadt Chemnitz hatte die Brücke, die das Wohngebiet der Gabelsberger Straße/Röntgenstraße mit der Zwickauer Straße verbindet, Ende April sperren und danach abreißen lassen. Das im Jahr 1920 errichtete Bauwerk sei zu marode gewesen, hieß es dabei.

Seit die Verbindungsbrücke weg ist, müssen Anwohner einen dreimal längeren Umweg zur Bushaltestelle und den Geschäften an der Zwickauer Straße in Kauf nehmen. Ein Problem, vor allem für viele Senioren.

Bei der Stadt Chemnitz wird derzeit geprüft, wie ein Brückenneubau im Haushalt eingeordnet werden kann. Die Kosten dafür werden auf rund 60.000 Euro geschätzt. Geld, das aktuell nicht zur Verfügung steht.

Die Anwohner drängen allerdings auf eine schnellere Lösung. Sie meinen, das auch mit einem Provisorium, der nicht gerade breite Wiesenbach überbrückt werden könnte.

Der Heimatverein Reichenbrand hat bereits rund 800 Unterschriften für einen Ersatz der Gehwegbrücke gesammelt. Unterstützung erhalten die Anwohner dabei aus den Reihen der CDU/FDP-Stadtratsfraktion.

Falls ein Ersatzneubau noch Aufnahme in den städtischen Haushalt findet, kann es allerdings noch einige Zeit dauern ehe eine neue Fußgängerbrücke errichtet wird. Ob sich die Stadt auf eine provisorische Notlösung einlassen wird, ist zumindest fraglich.

Die Bürger in Reichenbrand hoffen, dass sie nicht auf Dauer lange Umwege bestreiten müssen.