Neues Radverkehrskonzept droht am fehlenden Personal zu scheitern

Dresden – Nach rund dreijähriger Bearbeitungszeit hatte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain Ende Oktober das neue Radverkehrskonzept für Dresden vorgestellt. Dieses soll den Radverkehr in Dresden attraktiver und sicherer gestalten. Nun hat sich auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club mit dem Konzept auseinandergesetzt.

Mit der Vorlage des neuen Radverkehrskonzeptes Ende Oktober dieses Jahres wurden die Weichen für die Erneuerung der Dresdner Radwege gelegt. Insgesamt 450 Vorkehrungen sind in dem Maßnahmenplan vorgesehen, um die Verkehrssicherheit für Radfahrer im Stadtgebiet deutlich zu erhöhen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub schätzt dieses Konzept zwar generell sehr positiv ein, übt allerdings auch Kritik. „Also das Maßnahmenkonzept bringt Dresdens Infrastruktur wirklich voran. Was wir jedoch bemängeln ist, dass sich die Umsetzung des Konzeptes lediglich am Verkehrsorientierungsplan 2015 orientiert. Das ist uns zu unkonkret“, sagt Nils Jansen vom ADFC Dresden.

Angesichts der gravierenden Mängel bei der Radverkehrsinfrastruktur und dem bundesweiten Spitzenplatz im Unfallgeschehen, fordert der Verein vor allem schnelle Maßnahmen.
Zur zügigen Umsetzung des Konzeptes bedarf es laut dem Verein allerdings mindestens zehn neuer Verkehrsplanerstellen. Laut ADFC seien diese im städtischen Doppelhaushalt 2017/18 allerdings nicht vorgesehen. Jansen fordert daher mehr Planer, „die die Radinfrastuktur planen und die Fördermittel so gezielt nutzen.“ Im Haushalt 2015/16 seien demnach 13 große radverkehrliche Baumaßnahmen geplant gewesen. Lediglich drei konnten tatsächlich umgesetzt werden.

Erst Mitte Oktober hatte der ADFC am Blauen Wunder auf die Notwendigkeit gesonderter Radspuren aufmerksam gemacht. Der Verein fordert nun, dass bis 2019 insgesamt rund 300 Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet entschärft werden. Bei der Veröffentlichung des Radverkehrskonzeptes Ende Oktober hatte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain bereits erörtert, dass mehrere Sofortmaßnahmen schon umgesetzt wurden. „Es ist schon jetzt so, dass wir die Belange des Radverkehrs an vielen Stellen berücksichtigen. Aber erst wenn das Konzept durch den Stadtrat beschlossen wurde, können wir die erfolgreichen Baumaßnahmen dem Radverkehrskonzept zuordnen“, sagte der Baubürgermeister am 21. Oktober 2016 gegenüber DRESDEN FERNSEHEN.

Im März 2017 soll das Radverkehrskonzept vom Stadtrat beschlossen werden. Erst danach können die konkreten Planungen beginnen.