Al-Bakr: Zeugenschutz für Hinweisgeber

Sachsen – Über verschiedene Schutzangebote will das Landeskriminialamt Sachsen die Sicherheit von vier Syrern, die entscheidend zur Festnahme von Jaber Al-Bakr beigtragen haben, gewährleisten. Das Kriminalamt widerspricht am Freitagabend einem Medienbericht.

Deutschland diskutiert über Pleiten, Pech und Pannen im Fall Al-Bakr. Umso sensibler sind jetzt die Sächsischen Behörden im Umgang mit der gesteigerten Aufmerksamkeit für den Freistaat.
Vier Syrer haben den entscheidenden Hinweis gegeben, der zur Festnahme Al-Bakrs geführt hat. Verschiedene Medien hinterfragten eine Verbindung zwischen diesen Zeugen und dem Terrorverdächtigen aus Chemnitz. Laut einem Bericht soll es Morddrohungen gegen zwei der Männer gegeben haben. In demselben Bericht heißt es, dass die Männer keinen Schutz erhalten würden. Das wäre gerade in Hinblick auf die bisherigen Fehler, die im Fall Al-Bakr begangen wurden wohl fatal. Am Freitagabend folgte deshalb eine offizielle Stellungnahme des Landeskriminalamts:

„Der Schutz der syrischen Hinweisgeber ist der Polizei in Sachsen und dem BKA von Anfang an ein wichtiges Anliegen. Es geht um vier Syrer, die alle grundsätzlich gleiche Schutzangebote erhalten.
Für zwei der Syrer wurde durch das Landeskriminalamt Sachsen eine sichere Unterkunft bereitgestellt. Mit ihnen hat das Landeskriminalamt in den letzten Tagen entsprechende Gespräche geführt und in Abstimmung mit dem BKA eine Gefährdungsanalyse erstellt. Den Betroffenen wurden Verhaltenshinweise gegeben. Sie erhalten Unterstützung bei einem Ortswechsel, wenn möglich gemäß ihrer Wünsche. Über eine Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm entscheidet letztendlich die Polizei in Abstimmung mit der verfahrensführenden Generalbundesanwaltschaft.
Zwei weitere Syrer halten sich auf eigene Initiative außerhalb Sachsens auf. Das Landeskriminalamt hat versucht, zu beiden Betroffenen Kontakt aufzunehmen. Eine Person wurde direkt über das Telefon erreicht. Dieser Gesprächspartner wollte auf ein entsprechendes Schutzangebot hin nicht nach Sachsen zurückkehren, auch nicht in Begleitung der Polizei. Im zweiten Fall wurde das Handy nach Erreichen des Gesprächspartners über andere Personen weitergegeben, wobei der Gesprächspartner nach Unterbreiten eines Schutzangebotes einen Rückruf zusagte, der bis zum 14. Oktober 2016, gegen 20:00 Uhr, nicht erfolgt ist. Eine konkrete Gefahr wurde durch keine der Personen gegenüber der sächsischen Polizei vorgetragen. Gleichwohl erfolgt auch in diesen beiden Fällen eine entsprechende Gefährdungsanalyse. Aktuell nimmt das Bundeskriminalamt erneut Kontakt zu diesen beiden Personen auf, wobei angestrebt wird, eine entsprechende Ortsveränderung zu erreichen. Eine Aufnahme in das Zeugenschutzprogramm wird auch hier geprüft, allerdings setzt dies das Mitwirken der Betroffenen voraus.“

Quelle: Landeskriminalamt Sachsen

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