Alles auf Anfang im Mordprozess Detlev G.

Dresden – Seit zwei Jahren sitzt der LKA-Beamte Detlef G. In Untersuchungshaft. Nun muss er erneut wegen Mordes vor Gericht. In seinem Keller soll er im November 2013 einen Mann umgebracht und anschließend zerstückelt haben. Der Angeklagt gibt jedoch nur zu, den Geschäftsmann aus Hannover zerstückelt zu haben. Vor dem Dresdner Landgericht wird der Prozess jetzt neu aufgerollt.

Kaum hat der Prozess am Dienstag vor dem Dresdner Landgericht begonnen, wurde er schon wieder unterbrochen. Endrik Wilhelm, der Verteidiger des Angeklagten Detlev G., zweifelte die Zuständigkeit der 5. Strafkammer unter Vorsitz des Richters Hans Schlüter-Staats an. Sie sei für Wirtschaftssachen zuständig. Der Antrag wurde aber zurückgewiesen.

Das Gericht muss nun den Fall des ehemaligen Kommissars beim Landeskriminalamt komplett neu aufrollen. Der Angeklagte Detlev G. soll den aus Hannover stammenden Unternehmer Woitek S. in seiner Pension im Gimmlitztal getötet und danach zerstückelt haben. Das geschah auf ausdrücklichen Wunsch des Toten. Beide hatten sich über das Online-Kannibalen Forum Zambian Meat kennengelernt. Detlev G. gibt zwar zu, Woitek S. zerstückelt zu haben, bestreitet aber den Mord. Demnach soll sich der Tote selbst erhängt haben. Ob das Seil im Keller der Pension dafür lang genug war, könnte entscheidend für den Fall sein.

Die Dresdner Schwurgerichtskammer hatte G. im vergangenen Jahr wegen Mord und Störung der Totenruhe zu 8 Jahren verurteilt, ein ungewöhnlich mildes Urteil. Trotzdem ging Detlev G. in Revision. Der Bundesgerichtshof kippte dann auch das Urteil. Das Landgericht hätte „die Möglichkeit einer Selbsttötung nicht rechtsfehlerfrei ausgeschlossen“, hieß es. Die Revision ist jetzt nicht ohne Risiken. Denn auch das milde Urteil beanstandete der BGH als „rechtsfehlerhaft zu Gunsten des Angeklagten“. Bis Januar sind nun zunächst 17 weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgeführt.