Sprengstoffanschlag auf das Chemnitzer Lokomov

Chemnitz – Erneut sorgt ein vermutlich politisch motivierter Anschlag in Chemnitz für Unruhe. Am frühen Dienstagmorgen wurde eine Fensterscheibe im Kreativ-Zentrum „Lokomov“ an der Augustusburger Straße durch eine Explosion zerstört.

Die Glasscherben der zerstörten Fensterscheibe liegen noch auf dem Gehweg vor dem Lokomov am Fuße des Sonnenbergs. Das Loch in der Scheibe wurde bereits am Dienstagmorgen mit einer Holzplatte notdürftig gesichert.

Zeugen hatten gegen 2 Uhr einen grellroten Blitz gesehen, einen lauten Knall gehört und eine Druckwelle gespürt. Kurz darauf sei die zerstörte Fensterscheibe entdeckt und die Polizei informiert worden. Laut dieser wurde das Fenster möglicherweise mit Pyrotechnik gesprengt.

Der genaue Tathergang und das verwendete Sprengmaterial müssen aber zunächst von der Polizei untersucht werden, bevor genaueres gesagt werden kann. Glücklicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlages keine Personen im Inneren des Lokals.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf rund 2.500 Euro.

Ob es sich bei dem Anschlag, um einen politisch motivierten Racheakt rechtsextremistischer Personen handelt, ist derzeit aber noch völlig unklar. Denkbar wäre jedoch, dass der Anschlag die Antwort auf das brennende Auto an der Humboldtstraße am vergangenen Sonntag sein soll. Auf Nachfrage teilte die Polizei am Dienstag mit, dass ein Zusammenhang vermutet werde.

Weiterhin wurde bekannt gegeben, dass das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei in Leipzig die Ermittlungen übernommen hat. Dieses ist speziell für extremistisch motivierte Straftaten zuständig.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizeidirektion Chemnitz unter 0371 387-495808 entgegen.

Das Lokomov an der Augustusburger Straße/ Ecke Clausstraße wird von Künstlern, Musikern, Vereinen und sozial engagierten Menschen genutzt. In regelmäßigen Abständen finden Veranstaltungen in den Bereichen Kunst, Musik, Theater, Literatur und Film statt.