Archäologen finden seltenes Stück aus der Zeit der Stadtgründung

Dresden – Im Quartier VII zwischen dem Dresdner Neumarkt und dem Residenzschloss werden derzeit archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Ein zwölfköpfiges Grabungsteam des sächsischen Landesamtes für Archäologie untersucht die rund 7.000 Quadratmeter große Fläche hinter dem Kulturpalast nach Überresten aus der Stadtgründungszeit und dem mittelalterlichen Dresden.

Durch die Nähe zum Schloss ist dieses Gebiet für Grabungsleiterin Susanne Schöne von besonderem Interesse: „Durch die Lage nahe des Schlosses gehen wir davon aus, dass es sich um ein repräsentatives Quartier handelt in dem sich Kaufleute angesiedelt haben. Oftmals sind Fundstücke aus wohlhabenderen Wohnbauten auch qualitativ hochwertiger.“

© Sachsen Fernsehen| Lucas Rehm
Auf dem Gelände hinter dem Kulturpalast wird voraussichtlich noch bis Ende Januar gegraben

Bis zur Zerstörung im Februar 1945 befand sich an dieser Stelle ein dicht bebautes Wohnareal, welches zwischen dem späten 15. und 18.Jahrhundert entstanden ist. Bei den Grabungen in den freigelegten Kellergewölben und Grundmauern stießen die Forscher auf mehrere Tonscherben und einen vollständig erhaltenen Keramiktopf aus dem 14.Jahrhundert, also weit vor der Errichtung der Gebäude. Diese werden nun im Archiv des sächsischen Landesamtes für Archäologie in Dresden-Klotzsche weiter untersucht. „Dort werden sie gewaschen, untersucht, beschriftet und inventarisiert. Bei Bedarf werden sie dann noch weiter wissenschaftlich bearbeitet oder gar für Ausstellungen zur Verfügung gestellt“, erklärt Dr. Thomas Westphalen, der Abteilungsleiter für Archäologische Denkmalpflege.

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Grabungsleiterin Susanne Schöne präsentiert den Keramiktopf aus dem späten 14. Jahrhundert

Die Ausgrabung ist die Letzte im Gebiet rund um die Frauenkirche. Mit der anschließenden Wiederbebauung durch die Baywobau Dresden sind dann alle historischen Quartiere in der Altstadt überbaut.