Besserer Hochwasserschutz gefordert

Chemnitz – Dreimal ist in den vergangenen Jahren die Würschnitz bei Hochwasserereignissen über die Ufer getreten und hat die Chemnitzer Ortsteile Klaffenbach und Harthau schwer in Mitleidenschaft gezogen.

2002, 2010 und zuletzt 2013 hatten Anwohner mit vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Grundstücken zu kämpfen. Viele haben seitdem ihren Versicherungsschutz verloren.

Hoffnung machte den Anwohnern eine Ankündigung der Landestalsperrenverwaltung, die ein großes Hochwasserrückhaltebecken bei Jahnsdorf plante. Dieses sollte verheerende Überflutungen verhindern helfen.

Doch im April dann der Schock – das Becken soll doch nicht gebaut werden. „Zu teuer und nicht effizient genug“, hieß es von den Verantwortlichen des Freistaates.

Nun machen die Betroffenen in Klaffenbach und Harthau mit Protestbannern auf ihre Situation aufmerksam. Diese wurden am Freitag in Klaffenbach an der Mühlenbrücke und in Harthau an der Brücke der B95 angebracht.

Damit werden vom Ortschaftsrat Klaffenbach gemeinsam mit der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Harthau endlich wirksame Maßnahmen gefordert.

Seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 sind nur am Unterlauf der Würschnitz in Harthau Schutzmaßnahmen wie höhere Deiche eingeleitet worden.

Entlang des weiteren Flußverlaufes in Klaffenbach und Harthau ist noch nichts passiert.

Im Mai hat das sächsische Umweltministerium dann mehrere Hochwasserschutzprojekte an der Würschnitz im Gesamtumfang von 15 Millionen Euro angekündigt. Diese sollen bis 2020 erfolgen.

Das Gutachten des Freistaates wonach das unterirdische Rückhaltebecken in Jahnsdorf nicht gebaut wird, will die Stadt Chemnitz noch einmal prüfen lassen.

Fakt ist, das an der Würschnitz demnächst Bauarbeiten beginnen werden.

Ein Schutz vor einem Hochwasser, wie es alle 25 Jahre vorkommt, scheint angesichts der Flutereignisse der vergangenen Zeit allerdings fast zu niedrig zu sein.