BEWERBUNG 2.0: FÜNF TRENDS DER DIGITALEN JOBSUCHE

Die Anforderungen an eine Bewerbung unterliegen ständigen Veränderungen. Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung ist die Tendenz beim Bewerbungsprozess klar: Die digitale Jobsuche wird immer wichtiger. Damit die nächste Kandidatur ein Erfolg wird, präsentieren wir fünf Trends, die jeder Arbeitssuchende kennen sollte.

TREND 1: DIE DIGITALE STELLENSUCHE

Die Stellensuche über die Zeitung gehört zunehmend der Vergangenheit an. Immer mehr Unternehmen inserieren ihre Anstellungsangebote online – sowohl in den Webausgaben von Tageszeitungen als auch in diversen Jobbörsen und beruflichen Netzwerken. Besonders Portale für die Suche werden sowohl bei Firmen als auch bei Jobanwärtern immer beliebter. Denn diese ermöglichen es, durch die Filterfunktion Positionen zu finden, die genau auf den Arbeitssuchenden zugeschnitten sind: So können alle verfügbaren Stellenanzeigen in den Jobportalen beispielsweise nach Branche, Berufserfahrung und nach Städten gefiltert werden. Wer zum Beispiel im Raum Sachsen nach einer neuen Anstellung sucht und sich dabei nur auf Stellen in Leipzig beschränken will, kann alle anderen Annoncen sofort ausschließen. Weiter eingeschränkt wird die Trefferanzahl durch das Anklicken einiger Berufsfelder, zum Beispiel „Marketing und Kommunikation“ oder „Finanzen“. Somit wird die Jobsuche schneller und einfacher, weil nur die passenden Angebote in der Liste angezeigt werden. Bewerber müssen nicht mehr die ganze Zeitung durchblättern, um geeignete Anzeigen zu finden, sondern brauchen nur die zu lesen, die das Portal ihnen anzeigt. In unserer schnelllebigen Gesellschaft ist das auf jeden Fall ein Pluspunkt.

TREND 2: NETWORKING – ONLINE UND OFFLINE

Ein weiterer Trend auf dem Arbeitsmarkt ist die zunehmende Nutzung von beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn. Mit einem Online-Profil auf diesen Internetseiten erhöhen Bewerber ihre Chancen, von Unternehmen, die nach bestimmten Kriterien suchen, gefunden zu werden – und das, ohne sich überhaupt auf eine Stelle bewerben zu müssen. Denn mit einem aktuellen und ausführlichen Profil können Kandidaten sich und ihre Qualitäten und Erfahrungen gekonnt präsentieren und Firmen auf sich aufmerksam machen. Ein weiterer Vorteil der beruflichen Netzwerke ist, dass sie es ermöglichen, Kontakte zu knüpfen. So gibt es bei diesen Webseiten beispielsweise branchen- und aktivitätsspezifische Gruppen, denen die Jobsuchenden beitreten können, um mit Gleichgesinnten über bestimmte Interessen zu diskutieren. Da Vitamin B bei der Stellensuche bekanntlich ein wichtiger Faktor ist, ist das Networking über solche Internetseiten heutzutage ein Pluspunkt. Auch Karrieremessen werden immer beliebter, um Kontakte zu schließen. Die direkte Interaktion mit Recruitern ist ein Vorteil, denn so lernen sich Betriebe und Arbeitssuchende schneller und besser kennen.

TREND 3: DIE BEWERBUNG PER MAUSKLICK

Online-Bewerbungen – entweder per Mail oder per Onlineformular – gehören immer mehr zum heutigen Bewerbungsstandard

Die klassische Kandidatur per Post war gestern: Die Bewerbung 2.0 erfolgt online. Dafür gibt es inzwischen mehrere Möglichkeiten. So können die Bewerbungsunterlagen beispielsweise ganz bequem per E-Mail verschickt werden. Hier werden Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen als PDF-Anhang auf elektronischem Weg versendet. Damit spart der Bewerber nicht nur Kosten für den Versand, sondern auch Zeit, denn E-Mails sind mit einem Klick verschickt. Bei dem Jobgesuch per Post mussten dagegen immer ein bis zwei zusätzliche Tage für den Versand mit eingeplant werden. Auch Online-Formulare werden als Bewerbungsform immer beliebter. So bieten viele Unternehmen beispielsweise auf ihrer eigenen Homepage Formulare für die Kandidaten an, bei denen es möglich ist, Felder zu persönlichen Informationen wie Berufserfahrung und Ausbildung auszufüllen und PDF-Dokumente wie den Lebenslauf und Zeugnisse einfach hochzuladen. Auch eigene Online-Profile wie solche bei Xing oder LinkedIn kann der Bewerber bei diesen Formularen verlinken. Wie bei der klassischen Bewerbung sollten Arbeitssuchende auch beim Onlineformular versuchen, Fehler zu vermeiden und auf die Vollständigkeit der Kandidatur zu achten.

TREND 4: MOBILE RECRUITING

Unter Mobile Recruiting ist die Jobsuche und das Bewerben über mobile Endgeräte wie Handys zu verstehen. Mit diesem Trend können Arbeitssuchende also ganz einfach über ihr Smartphone Stellenangebote suchen, aber auch Bewerbungsunterlagen einreichen oder Bewerberprofile erstellen. 2016 nimmt auch die Relevanz dieser Kandidatur-Form zu: Immer mehr Unternehmen passen ihre Homepage der mobilen Bewerbung an. Noch ist diese Form des Gesuchs bei Jobsuchenden allerdings unbeliebt, da sie als unpraktisch empfunden wird: Besonders das Erstellen von Dokumenten wie dem Lebenslauf oder dem Anschreiben ist über das Handy nicht einfach. In den meisten Fällen stimmen hierfür die technischen Voraussetzungen noch nicht, so dass das Stellengesuch am Desktop deutlich einfacher ist. Zwar ist es ein Vorteil, sich auch von unterwegs aus auf interessante Ausschreibungen bewerben zu können, die meisten wollen sich für ihre Bewerbung aber genug Zeit lassen. Daher ist der Trend des Mobile Recruiting zurzeit vor allem für die Suche passender Stellenanzeigen, nicht aber für die Kandidatur an sich festzustellen.

TREND 5: DAS DIGITALE VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Das Vorstellungsgespräch über Internet erfreut sich immer größerer Beliebtheit

Auch das Vorstellungsgespräch unterliegt einem Wandel. So gibt es beispielsweise praktische und interaktive Apps, die auf das Gespräch vorbereiten. Zudem verbreitet sich das Gespräch über Video immer mehr. Diese digitale Form des Bewerbungsgesprächs hat den Vorteil, dass der Bewerber über Videokonferenz mit mehreren Leuten gleichzeitig reden kann – auch, wenn einige der Personaler zum Beispiel gerade auf Geschäftsreise sind. Auch bei Kandidaten, die weit von ihrem potentiellen Arbeitsplatz entfernt wohnen, ist ein Interview über Skype von Vorteil, weil sie sich so die lange Anreise sparen. Wichtig ist es, dass sich Jobsuchende darüber bewusst sind, dass ein digitales Vorstellungsgespräch genauso ernst genommen werden muss wie eines, bei dem sie den Geschäftsführern persönlich gegenüber treten: Daher sollten sie auch beim Gespräch über Skype passend gekleidet sein und darauf achten, dass sie nicht gestört werden. Ein Nachteil des Video-Interviews gegenüber dem persönlichen Vorstellungsgespräch ist außerdem die Bild- und Tonqualität. Ein Headset kann die Klangqualität allerdings verbessern. Des Weiteren wird ein unklares Bild mit einer guten Webcam verhindert. Vor dem Gespräch sollten sich Bewerber außerdem vergewissern, dass die Internetverbindung gut ist, damit das digitale Gespräch nicht hakt oder sogar abgebrochen wird.

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