Bullenkopf-Skandal: Dynamo legt Berufung ein

Dresden – Für das Fehlverhalten seiner Fans beim Pokalspiel gegen Leipzig muss Dynamo-Dresden härter büßen als zunächst angenommen. Das DFB-Sportgericht verhängte am Montag gleich zwei Strafen. Einerseits soll der Fußball-Zweitligaverein 60.000 Euro Geldstrafe zahlen. Andererseits soll ein Teil des Stadions im nächsten Heimspiel am 20. November für Zuschauer gesperrt werden. Jetzt hat die SG Dynamo Dresden angekündigt, fristwahrend Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 7. November 2016 einzulegen.

Nach Zugang der schriftlichen Urteilsbegründung wird die Sportgemeinschaft eine schriftliche Begründung für das Berufungsverfahren vor dem DFB-Bundesgericht einreichen. „Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz sprach in seiner Begründung im Hinblick auf das Verhalten von Teilen der Anhänger von einer ungünstigen Prognose für unseren Verein. Diese Einschätzung teilen wir nicht, weil sie die professionelle, nachhaltige, anhaltende und erfolgreiche Arbeit in den Bereichen Fanarbeit, Sicherheit und Prävention, die uns auch von DFB-Verantwortlichen regelmäßig bestätigt wird, unberücksichtigt lässt. Vielmehr sind das Urteil und seine Begründung aus unserer Sicht eine Kapitulation vor bestehenden Problemen, die wir so nicht hinnehmen wollen“, erklärte Dynamos Präsident Andreas Ritter.

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„Wir sind fest davon überzeugt, dass das Urteil des DFB-Sportgerichtes nicht verhältnismäßig ist, und deshalb auch im Hinblick auf die Zukunft keine präventive Wirkung entfalten kann. Wir beobachten, wie das Bestreben, Solidarisierungseffekte in der Fanszene aufzubrechen, durch solche Urteile konterkariert wird. Herr Lorenz hat in seiner Urteilsbegründung ein absolut gewaltfreies Risikospiel gegen Leipzig bestätigt, dieser wichtige Fakt hatte aber offenbar keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Strafmaßes. Das ist für uns absolut inakzeptabel. Unserem Verein würde bei dieser Strafe ein finanzieller Schaden in sechststelliger Höhe entstehen. Das unverhältnismäßig hohe Strafmaß wirft uns in der Arbeit, die Dynamo Dresden seit Jahren leistet, zurück. Deshalb werden wir Berufung gegen das Urteil einlegen“, erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.
Sieben Menschen sollen an dem Wurf eines abgetrennten Bullenkopfs beim DFB-Pokalerstrundenspiel zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig beteiligt. Zu diesen Erkenntnissen kam die Dresdner Polizei vor allem durch die Auswertung von Videos. Sechs Personen hätten identifiziert werden können: Die Männer aus Nordsachsen und Südbrandenburg im Alter von 16, 17, 21, 26, 28 und 34 Jahren müssen sich nun wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten.