CDU sorgt sich um Sachsens Image

Glauchau – In Glauchau hat sich die sächsische CDU am Samstag zu ihrem Landesparteitag versammelt.

Unter dem Leitspruch des „Vaters der sozialen Marktwirtschaft“, Ludwig Erhard, „Wohlstand für alle“ standen dabei vor allem Wirtschaftsthemen auf der Agenda.

Doch ein weiteres Thema beschäftigte Sachsens Christdemokraten mindestens genauso stark – das angeschlagene Image des Freistaates aufgrund von Pannen rund um den Terrorverdächtigen Albakr und einer Vielzahl von fremdenfeindlichen Übergriffen. Dementsprechend bemühte sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich bei aller negativer Kritik auch die positiven Entwicklungen in Sachsen zu betonen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprang seinem Parteikollegen bei. Kritik an den Vorgängen in Sachsen sei durchaus gerechtfertigt – diese habe aber in letzter Zeit das Maß überschritten.

Tadelnde Worte für die sächsische Justiz- und Polizeiarbeit waren in den vergangenen Wochen auch von Seiten der SPD, in Person von Wirtschaftsminister Martin Dulig, gekommen, was zu Spannungen in der Regierungskoalition geführt hatte. In Glauchau wurde die Loyalität der Sozialdemokraten jedoch nur am Rande angemahnt. Vielmehr wurde sich bemüht, die Wogen wieder etwas zu glätten.

Bei der sächsischen Union versuchte man am Samstag vor allem ein Kernkompetenzthema in den Vordergrund zu rücken – Wirtschaftspolitik. Die ökonomische Lage in Sachsen sei derzeit zwar so gut wie nie, dennoch müsse man Anstrengungen unternehmen, die Innovationskraft sächsischer Unternehmen zu stärken und weitere Investitionen zu unterstützen. Dabei setzt die CDU auf den Einsatz neuer Technologien, Bürokratieabbau, aber auch auf die sächsische Braunkohle.

Dennoch wurde auf dem Landesparteitag in Glauchau deutlich gemacht, dass eine positive Wirtschaftsentwicklung eng mit der Außenwahrnehmung des Freistaates zusammenhängt – auch in Hinblick auf Attraktivität für Investoren und Fachkräfte.

Einer Spaltung der Gesellschaft müsse deshalb aktiv entgegengewirkt werden. Daher wolle man sich bei der CDU um einen verstärkten Bürgerdialog und gleichzeitig um Wählerschichten bemühen, die in der vergangenen Zeit zur AfD abgewandert sind.