Das ändert sich bei der  Pflege

Dresden – Seit über 20 Jahren gibt es die Pflegeversicherung in Deutschland. Viel hat sich seitdem verbessert, von einem Pflegenotstand kann keine Rede mehr sein. Trotzdem gibt es Reformbedarf. Durch Gesetzesänderungen steht die Pflegebranche vor tiefgreifenden Veränderungen. Darum ging es am Dienstagabend bei einer Dialogveranstaltung der Barmer GEK auf dem Dresdner Flughafen.

Im Mittelpunkt standen die Änderungen, die das Pflegestärkungsgesetz II mit sich bringt. Darüber diskutierten neben Mitgliedern des sächsischen Landtags, der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes Sachsen, der Vorstand des Verbandes der sächsischen Wohnungsgenossenschaften auch der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, der die Reform mit voran gebracht hat.

Statt der bisherigen drei Pflegestufen soll es künftig fünf Pflegegrade geben. Bei der Überleitung ins neue System sollen bisherige Leistungsbezieher auf keinen Fall schlechter gestellt werden. Mehr Menschen haben also ab kommenden Jahr Anspruch auf Pflegeleistungen. LautKARL-JOSEF LAUMANN, dem Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, ist die Reform auch finanziell abgesichert.

Ein anhaltendes Problem ist der Personalmangel in der Pflege-Branche. Vor dem Hintergrund, dass in Zukunft immer mehr Menschen pflegebedürftig werden, dürfte der eher noch zunehmen. In der Runde am Flughafen auch Stoff für emotionale Debatten. Neben einer besseren Bezahlung soll das Berufsbild attraktiver werden. Geplant ist, die bisher getrennten Ausbildungen von Kinderkranken-, Kranken- und Altenpflegern zusammenzulegen. Das ist nicht unumstritten, doch PAUL-FRIEDRICH LOOSE, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK, sieht viele Gründe, die dafür sprechen.

Auf dem Podium und im Publikum gab es viel Redebedarf beim Thema Pflege. Der wird sich auch in Zukunft nicht ausgehen.