DEGES stellt Südring-Pläne vor

Chemnitz – Über den Südverbund Chemnitz laufen bereits jetzt große Verkehrsströme.

An seinem östlichen Ende – der Kreuzung mit der Augustusburger Straße kommt jetzt allerdings vergleichsweise wenig an. Dies soll sich nach dem Willen von Politik und Verkehrsplanern ändern.

Der Weiterbau des Südrings Richtung A4 scheint mit der Aufnahme des Projektes in den neuen Bundesverkehrswegeplan beschlossene Sache zu sein – nur das Wie und Wann steht noch nicht ganz fest.

Im Hintergrund sind die Planungen aber bereits weit vorangeschritten.

Über den aktuellen Stand wurde am Dienstagabend im Chemnitzer Umweltzentrum informiert. Der Abteilungsleiter der bundeseigenen Verkehrsplanungsgesellschaft DEGES, Werner Breinig, sprach dabei zu Vertretern der Umweltverbände und zahlreichen betroffenen Anwohnern.

Die neuen Entwürfe für den Weiterbau sehen eine deutlich schlankere Variante vor, als die alte Entwurfsplanung. Statt ursprünglich vier soll es jetzt nur noch zwei Fahrspuren mit abwechselnder Überholspur geben.

Im stadtnahen Bereich soll Tempo 70 gelten, anschließend im Landstraßenbereich sollen bis zu 100 km/h gefahren werden können. Grund für die neuen Planungen sind Verkehrsprognosen, die von deutlich weniger Fahrzeugen – etwa 20.000 pro Tag – ausgehen.

Aus Sicht der Umweltverbände sind die neuen Entwürfe für Mensch und Tier eine deutliche Verbesserung.

Die Pläne der DEGES sehen den Weiterbau des Südverbundes in zwei Abschnitten vor.

Das erste, sechs Kilometer lange Teilstück führt von der Augustusburger Straße Richtung Eubaer Straße, überquert die B173 und kommt bei der B169 an. Dort soll zunächst eine provisorische Verbindung zur Bundesstraße geschaffen werden, bevor später der zweite Abschnitt bis zur Anschlussstelle der A4 in Oberlichtenau in Angriff genommen wird.

Für den Umweltschutz sind bis jetzt umfangreiche Maßnahmen geplant.

So soll am Naturschutzgebiet Eibsee, das sich nahe der Eubaer Straße befindet, eine Fledermausbrücke errichtet werden. Diese soll den geschützten Tieren erlauben, unbeschadet den Südring zu überfliegen.

Die bisherigen Planungen sehen insgesamt zwölf Ingenieurbauwerke vor, darunter Brücken, die den Zapfenbach oder den Auenbach überspannen sollen.

Als Lärmschutz sind teilweise drei bis vier Meter hohe Erdwälle vorgesehen. Es wird aber auch Streckenabschnitte geben, für die aus gesetzlicher Sicht kein spezieller Lärmschutz vorgesehen ist.

Laut DEGES können mit der vorgesehenen Streckenführung alle Grenzwerte eingehalten werden. Eine Zunahme von Belastungen für Anwohner kann laut Umweltverbänden dennoch nicht ausgeschlossen werden.

Noch wartet die DEGES für ihren Entwurf des ersten Abschnitts noch auf das Okay durch das Bundesverkehrsministerium, das durchaus noch Änderungswünsche einbringen kann. Ziel ist es, im Frühjahr 2017 den Antrag auf Planfeststellung einzureichen.

Wann genau der erste Spatenstich für den Weiterbau des Südrings gesetzt werden kann, ist nach wie vor ungewiss.