Den Tod vor Augen – Hospizhelfer schenken Zeit

Dresden – Eine kleine Hausmusik bei Margot Hutschenreuther. Sie spielt seitdem sie sechs Jahre alt ist auf dem Akkordeon und blüht dabei regelrecht auf.
Die 84-jährige hat Darmkrebs und weiß, dass sie bald sterben wird. Derzeit fühlt sie sich aber gut. Für ihre Familie ist dies eine schwere Zeit. Deshalb hat sie sich an den Ambulanten Hospizdienst der Diakonissenanstalt Dresden gewandt. Der vermittelte ihr eine Hospizhelferin – das ist Hannelore Messerschmidt. Sie begleitet Margot Hutschenreuther auf ihrem letzten Lebensweg und entlastet die Familie in ihrer Pflegearbeit. Seit Dezember 2014 kommt Hannelore Messerschmidt jeden Dienstag zu Margot Hutschenreuther. Ein Besuch, auf den sich die Seniorin sehr freut.

Zeit schenken, das ist das A und O der Hospizhelfer, die ihr Engagement kostenlos anbieten. Dass sie die schwer kranke Margot Hutschenreuther nun schon seit zwei Jahren begleitet, ist ein Einzelfall. Hannelore Messerschmidt ist eine von vielen Dresdnern, die sich zum Hospizhelfer haben ausbilden lassen. In Dresden bieten neben dem ambulanten Hospizdienst der Diakonissenanstalt Dresden und der Volkssolidarität auch die Malteser, der christliche Hospizdienst Dresden und der Deutsche Kinderhospizverein die Möglichkeit der Ausbildung an. Das Thema Endlichkeit steht bei der Begleitung immer im Raum. Und da ist es wichtig, richtig agieren zu können.

Über das Sterben sprechen Margot Hutschenreuther und ihre Hospizhelferin Hannelore Messerschmidt nicht. Die beiden genießen ihre gemeinsam verbleibende Zeit – am meisten natürlich beim Musizieren.