Diese Herausforderungen gehen die DVB 2017 an

Dresden – 2016 haben die DVB 39,4 Millionen Euro in Fahrzeuge, Objekte und Infrastruktur investiert. Das sind 11,1 Millionen Euro mehr als 2015. Wir haben uns mit den beiden Vorständen Andreas Hemmersbach und Lars Seiffert Bilanz gezogen und über die Herausforderungen im Kalenderjahr 2017 gesprochen.

Stadtentwicklung erfordert leistungsfähigen Nahverkehr
Will eine dynamisch wachsende Stadt wie Dresden die hohe Lebensqualität erhalten und die Ziele
des Klimaschutzes erreichen, gelingt das nur mit einem leistungsfähigen, attraktiven ÖPNV. Die rasant steigenden Fahrgastzahlen belegen die Qualität des Dresdner Nahverkehrs, bringen ihn aber schon sichtbar an Kapazitätsgrenzen. Neben der Beschaffung längerer Busse und breiterer Straßenbahnen dürfen Erhalt und Ausbau des bestehenden Gleisnetzes nicht ins Hintertreffen geraten. Zurzeit muss streckenweise vor allem wegen nicht erteilter Baugenehmigungen auf Verschleiß gefahren werden. Damit verbunden sind entsprechende Folgekosten und die Attraktivität leidet unter zahlreichen zustandsbedingten Langsamfahrstellen. Für 2017 ist das Baurecht für die Straßenbahn-Neubaustrecke Oskarstraße/Tiergartenstraße und den weiteren Ausbau der Wehlener Straße erteilt. Für die anderen geplanten Gleisbaumaßnahmen stehen die Baugenehmigungen noch aus. Der Dresdner Nahverkehr hat sich in den letzten 20 Jahren außerordentlich gut entwickelt und genießt national wie international hohes Ansehen. Im Sinne der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt darf der ÖPNV bei der Qualität nicht nachlassen und muss noch leistungsfähiger werden.

Neue Fahrscheinautomaten kommen erst 2017
Die Erneuerung der 150 stationären Fahrscheinautomaten beginnt voraussichtlich im ersten Quartal 2017. Ursprünglich sollten bereits ab Sommer 2016 erste Geräte aufgestellt sein. Verzögerungen bei der Programmierung einer für Dresden passenden Software stellten den Hersteller vor zeitliche Probleme. Das Aufstellen der Automaten beginnt erst, nachdem alle Funktionen intensiv getestet und freigegeben sind.

Mobile Website und DVB-Handy-App
Seit 17. November läuft die neue mobile Website der DVB. Gleichzeitig ging die neue App für das Handy online. Damit lassen sich Echtzeitabfahrten, aktuelle Störungsinformationen und die speziell für ÖPNV-Nutzer entwickelte interaktive Karte auf das Handy laden.

Straßenbahn-Fuhrpark
Zurzeit bereitet die DVB die Beschaffung von neuen Straßenbahnfahrzeugen mit einem breiteren Wagenkasten vor. Bei gleicher Länge bieten sie eine höhere Fahrgastkapazität sowie mehr Stellplätze für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder. Im Vergleich zu den jetzigen Fahrzeugen mit einer Breite von 2,30 Metern werden die neuen 2,65 Meter breit. Die ersten Neufahrzeuge werden Ende 2020 erwartet.

Programm „Stadtbahn Dresden 2020“ und Gleisbaustellen
Auf der Oskarstraße (Stadtbahn Dresden 2020) beginnt die etwa 1.200 Meter lange Gleisbaustelle am 1. März 2017. Die geplante Bauzeit beträgt rund zwölf Monate. Der Ausbau der Wehlener Straße ist ab 18. April 2017 vorgesehen. Bis Ende November soll auch die neue Gleisschleife vor dem Gymnasium Tolkewitz fertig sein. Alle weiteren geplanten Bauprojekte sind ungewiss, da die notwendigen Baugenehmigungen noch nicht vorliegen. So ist unklar, ob der Ausbau der Haltestelle Tharandter Straße auf der unteren Kesselsdorfer Straße (Stadtbahn Dresden 2020) im vierten Quartal 2017 beginnen kann. Ebenso unsicher ist der von August bis Dezember 2017 geplante barrierefreie Umbau der Haltestelle Hugo-Bürkner-Straße einschließlich des Gleisdreiecks. Ab viertem Quartal 2017 soll am Abzweig Infineon-Süd eine neue Gleisschleife als Ersatz für die Schleife am Diebsteig entstehen. Wegen Aspekten des Denkmalschutzes ist der dringend nötige Ausbau der Bautzner Straße zwischen Glacisstraße und Rothenburger Straße ebenfalls vakant.

Veranstaltung
Im September 2017 feiert die Dresdner Straßenbahn ihren 145. Geburtstag. Dazu sind die Dresdner am 9. September in den Straßenbahnhof Gorbitz zu einem Volksfest und Tag der offenen Tür eingeladen.

Quelle: Dresdner Verkehrsbetriebe
Bildrechte: André Forner