Dresden bekommt Luft- und Raumfahrtzentrum

Dresden – Es hat einige Zeit gebraucht, aber nun ist die Entscheidung gefallen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird in Dresden ein Software-Institut aufbauen. Das Institut soll in das Lehmann-Zentrum, eine Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der TU Dresden, eingebettet werden.

Für die TU Dresden geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Der Rektor der TUD, Professor Hans Müller-Steinhagen, früher selbst lange Jahre Institutsdirektor am DLR, hat sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2010 für die Einrichtung eines DLR-Institutes an der TU Dresden eingesetzt und freut sich nun über diese Entscheidung: „Das DLR entscheidet sich bekanntermaßen ausschließlich für Standorte mit sehr leistungsstarken Universitäten. Deshalb sehe ich die heutige Entscheidung auch als eine weitere Bestätigung der Exzellenz der TU Dresden.“ Zudem sei die Einrichtung des DLR-Softwareinstitutes „Erfolg und Bereicherung für die TU Dresden, aber auch für die Stadt Dresden und den Freistaat Sachsen.“

An der TUD gibt es schon seit vielen Jahren zahlreiche sehr erfolgreiche wissenschaftliche Aktivitäten in den Bereichen Softwareentwicklung, Hochleistungsrechnen, Big-Data, 5G-Lab, Internet der Dinge oder Sicherheit im Internet, auf denen das neue DLR-Institut aufbauen kann. Professor Wolfgang E. Nagel, Direktor des Zentrums für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) der TUD, betont: „Insgesamt bietet das DLR-Software-Institut im Verbund mit dem Lehmann-Zentrum eine exzellente Möglichkeit, neue innovative Anwendungsfelder, zum Beispiel aus dem Bereich der cyberphysikalischen Systeme, inhaltlich und methodisch mit den Forschungsbereichen Cloud Computing, Hochleistungsrechnen und Big Data zu verbinden. So können wir diese noch nicht nachhaltig besetzten Themen der Software-Forschung als wissenschaftliche Schwerpunktthemen entwickeln.“

Ziel des neuen Dresdner Instituts ist die strategische Plattformforschung und –entwicklung zur Unterstützung der virtuellen Systemfähigkeit des deutschen Luftfahrtsektors in den Bereichen Hardware, Software und Anwendungssysteme. Schwerpunkt ist die Forschung für innovative Technologien bei der anwendungsnahen Umsetzung in den Bereichen Produktionstechnik und Robotik, Systeme und Simulation sowie Virtuelle Realität. Dabei soll es nach Worten von Professor Hans Müller-Steinhagen auch eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Partnereinrichtungen des Wissenschaftsverbunds DRESDEN-concept geben. „Das DLR-Institut ist eine hochkarätige Ergänzung des Portfolios außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Dresden und ich werde mich dafür einsetzen, dass es schnellstmöglich auch Mitglied in unserem Wissenschaftsverbund DRESDEN-concept wird.“ Diese weitere Stärkung von DRESDEN-concept wertet die TU Dresden als einen wichtigen Baustein für ihre Bewerbung in der nächsten Runde der Exzellenzinitiative.

Schon im Jahr 2017 soll die erste Ausbaustufe des Instituts mit ca. 50 Mitarbeitern starten, die in Räumen der TUD arbeiten werden. Ein neues Gebäude für das Software-Institut ist im unmittelbaren Umfeld des Hochleistungsrechners der TUD geplant, um neben der inhaltlichen auch eine räumliche Integration zu schaffen.

Quelle: TU Dresden