Dresden rüstet sich für weitere Hochwasser

Dresden – Die Sächsische Landeshauptstadt rüstet sich weiter für zukünftige Hochwasser. Die Stadt Dresden hat am Montag den Ausbaustand der Hochwasservorsorge vorgestellt.


Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Dresden hat am Montag den Stand der Umsetzung der baulich-technischen Maßnahmen der Hochwasservorsorge in Dresden vorgestellt. „Die Verbesserung der Hochwasservorsorge, des Hochwasserschutzes und des Hochwasserrisikomanagements im Stadtgebiet von Dresden ist für alle Gewässer in Dresden notwendig. Sie ist eine Generationenaufgabe und zugleich auch eine besondere Herausforderung im Rahmen der Daseinsvorsorge“, erklärte Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.
Die Bedeutung der Hochwasservorsorge sei durch das Hochwasser im Jahr 2013 noch einmal unterstrichen worden, so Jähnigen: „Der Schutz vor weiteren und durch den Klimawandel häufiger auftretenden Überflutungen muss Priorität haben. Klar ist aber auch: Der bauliche Hochwasserschutz kann die Vorsorge durch Entsiegelung, Bodenschutz und klimawandelangepasste Flächenbewirtschaftung nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Zudem sind die Maßnahmen oft verbunden mit weiteren Klimawandelanpassungsmaßnahmen. Gewässerufer werden begrünt, sie kühlen die Stadt an heißen Sommertagen und helfen der Artenvielfalt. Die städtischen Gewässer sind ein wichtiges Element des Grünen Netzes von Dresden und werden noch wichtiger, weil unsere Stadt gerade in den Zentren wachsen soll.“
In Auswertung der Hochwasserereignisse von 2002 hatte der Stadtrat im Mai 2004 den Plan Hochwasservorsorge Dresden (PHD) beauftragt. Dieser Plan wurde im August 2010 bestätigt. Infolge immer wieder auftretender Hochwasserereignisse entwickelte sich aus diesem Planwerk ein Prozess der gesamtstädtischen Auseinandersetzung mit der Hochwasserthematik.
„Der PHD verfolgt einen komplexen, gebietsbezogenen und gewässerübergreifenden Ansatz. Er integriert dabei die im Stadtgebiet liegenden bzw. dort wirksam werdenden Maßnahmen der Hochwasservorsorge und des Hochwasserschutzes verschiedener öffentlicher und privater Vorhabenträger an der Elbe, an der Vereinigten Weißeritz und am Lockwitzbach (Gewässer erster Ordnung), an den städtischen Fließgewässern (Gewässer zweiter Ordnung), im Grundwasser sowie im Abwassersystem“, erläuterte Jens-Olaf Seifert, Leiter der Abteilung Kommunaler Umweltschutz im Umweltamt.
Der Plan geht damit weit über die unmittelbar in finanzieller Verantwortung der Landeshauptstadt Dresden liegenden Maßnahmen hinaus. So liegen die Finanzierungsverantwortung und Unterhaltungslast von Maß-nahmen an Elbe, Weißeritz und Lockwitzbach grundsätzlich beim Freistaat Sachsen. Die Landeshauptstadt Dresden trägt hier bei neuen Maßnahmen die Verantwortung für die Unterhaltung und den Betrieb mobiler Anlagenteile.
Mit der derzeit in den städtischen Gremien beratenen Unterlage wird der Stand der baulich-technischen Maßnahmen dargestellt. In den umfangreichen Anlagen und Karten wird nicht nur der Stand der über 200 Einzelmaßnahmen, die 2010 mit dem Plan Hochwasservorsorge Dresden beschlossen wurden, dargestellt. Es werden auch mehr als 70 Maßnahmen ergänzt, die beispielsweise nach dem Hochwasser 2013 und dem markanten Starkregen 2014 hinzugekommen sind. „Aufgrund des Erkenntniszuwachses und der zwischenzeitlich fortgeführten Untersuchungen ist bei einigen wenigen Maßnahmen festgestellt worden, dass eine Weiterführung nicht mehr sinnvoll ist. Insgesamt handelt es sich hier um 12 Maßnahmen, die nicht weiter geplant werden bzw. nicht mehr zur Ausführung gelangen sollen“, führt Seifert weiter aus.
Über die PHD-Maßnahmen hinausgehende Vorschläge für weitere Maßnahmen können erst nach der Erstellung von Hochwasserrisikomanagementplänen für einzelne Gewässer in den Plan Hochwasservorsorge Dresden übernommen werden. Dies betrifft zum einen die Maßnahmen an städtischen Gewässern, wie z. B. für den Kaitzbach, den Schullwitzbach, den Blasewitz-Grunaer Landgraben oder den Lotzebach. An den Gewässern erster Ordnung Weißeritz und Lockwitz sowie für die Elbe erfolgt die Fortschreibung der bestehenden Hochwasserrisikomanagementpläne durch den Freistaat Sachsen auf Basis von Zuarbeiten der Dresdner Stadtverwaltung. Die Hochwasserrisikomanagementpläne der einzelnen Gewässer werden den Betroffenen und der Öffentlichkeit noch vorgestellt.

Quelle: Sächsische Landeshauptstadt Dresden