Entspannter Demo-Tag zum Pegida-Jubiläum

Dresden – Sichtlich unentspannt war Pegida-Chef Lutz Bachmann am Rand der Jubiläumskundgebung in Dresden am Sonntag. Seit nunmehr zwei Jahren demonstrieren die selbsternannten Patrioten in der Landeshauptstadt, das sollte mit einem Fest der Patrioten auf dem Theaterplatz gefeiert werden.
Den Versammlungsplatz sicherte die Dresdner Polizei mit einem Großaufgebot vor Gegendemonstrationen ab. Auf einen langen Einsatztag war man eingestellt. Dem zweiten Jahrestag ging eine Niederlage für Lutz Bachmann voraus: Weil Initiativen, die für ein weltoffenes Dresden werben, bereits im Vorfeld alle repräsentativen Plätze in der Stadt durch Veranstaltungsanmeldungen blockiert hatten, musste die Bewegung ihren Geburtstag um einen Tag vorverlegen. Damit verbunden war jetzt die Hoffnung auf rege Teilnahme an der Kundgebung an einem Sonntagnachmittag bei bestem Wetter. Laut der Initiative „Durchgezählt“ sind zu Spitzenzeit bis zu 8.500 Menschen dem Demonstrationsaufruf gefolgt – deutlich weniger als die 20.000 Menschen zum ersten Jubiläum.

© Dresden Fernsehen

Doch vor allem die Gegenproteste konnten weit weniger Menschen auf die Straße mobilisieren, als im Vorfeld angenommen. Kaum 400 Protestler sind gegen den Pegida-Geburtstag in Dresden auf die Straßen gegangen. Weder die Demo der Gruppe „Kaltland Reisen“ noch die des Studentenrates der HTW Dresden konnten nennenswert Teilnehmer anlocken. Deren Kundgebungen wurden vor dem Taschenbergpalais und auf dem Schlossplatz durch Polizeibarrikaden von Pegida abgetrennt. In Sicht oder Hörweite gelangten Gegenproteste deshalb nicht wirklich.
Sachsens Grünen-Chef und gleichzeitig eines der größten Feindbilder Pegidas, verschaffte sich am Rand der Versammlung Zugang zur Pegida-Veranstaltung. Er wurde jedoch von einem Ordner des Platzes verwiesen.
Insgesamt verlief der Tag friedlich. Rund 1.700 Polizeibeamte waren mit Verstärkung aus verschiedenen Bundesländern im Einsatz sowie mitsamt Wasserwerfen und Pferdestaffel auf verschiedene Szenarien eingestellt. Kurz nach drei Uhr war der Pegida-Jahrestag in Dresden beendet. Der Theaterplatz wurde dann recht zügig wieder von Touristen zurückerobert.