Dynamo verliert ohne Biss und Galligkeit

Dynamo Dresden kommt nicht aus den Startlöchern und unterliegt beim SV Sandhausen mit 0:2 (0:2)

Von Peter Schumann, DNN

Sandhausen –

Es bleibt dabei: Dynamo Dresden kann beim SV Sandhausen einfach nicht gewinnen. Zu allem Überfluss fuhren die Sachsen am Freitag auch noch mit leeren Händen nach Hause, denn nach einem fatalen Fehlstart hatten sie nicht mehr in die Partie gefunden und am Ende verdient mit 0:2 (0:2) verloren. Trainer Uwe Neuhaus ließ hinterher Dampf ab: „Für die 1. Halbzeit kann ich meine Mannschaft nicht in Schutz nehmen. Das war absolut enttäuschend. In punkto Zweikampfhärte, Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen war das zwischen uns und dem Gegner ein Klassenunterschied.“

Die erste Hiobsbotschaft für Dynamo hatte es schon vor dem Anpfiff gegeben. Top-Vorbereiter Marvin Stefaniak konnte wegen muskulärer Probleme nicht auflaufen. Für den künftigen Wolfsburger kam der 20 Jahre alte Niklas Hauptmann in die Mannschaft. Im Sturmzentrum vertraute Neuhaus diesmal Stefan Kutschke, der den zuletzt glücklosen Pascal Testroet ersetzte. Die Gastgeber schienen von den Umstellungen beim Gegner wenig beeindruckt, sie begannen vor 5754 Zuschauern im Hardtwaldstadion schwungvoller: Jakub Kosecki hatte schon in der 3. Minute die erste Kopfballchance, traf frei vor Marvin Schwäbe aber das Tor nicht. Nils Teixeira, eben noch einen Schritt zu weit weg vom Sandhäuser Mittelfeldmann, versuchte es dann auf der anderen Seite mit einer Flanke, doch auch Kutschke verfehlte per Kopf sein Ziel (4.).

Diese Szene blieb aber die einzig gute der Dresdner in der Anfangsphase, denn Sandhausen machte das Spiel – und schnell auch das erste Tor: Giuliano Modica konnte eine Flanke zwar noch aus dem Strafraum köpfen, doch Leart Paqarada brachte den Ball zurück – und der US-Amerikaner Andrew Wooten kam zum Schuss. Schwäbe, der vor dem Spiel noch eine Einladung zur U21-Nationalmannschaft erhalten hatte, ließ die Kugel aber durch die Finger flutschen (8.). Au weia!

Mit dem Führungstor gaben sich die Spieler von Trainer Kenan Kocak jedoch nicht zufrieden. Lucas Höler und Thomas Pledl hatten die Riesenchance zum 2:0 für den SVS, scheiterten aber aus Nahdistanz an Schwäbe (14.). Die folgende Ecke führte dann zum zweiten Treffer der Gastgeber: Pledl schlug den Ball genau auf den Kopf von Ex-Dynamo Tim Kister, der sich wuchtig im Luftkampf gegen Dresdens Kapitän Marco Hartmann durchsetzte und ins linke Toreck einköpfte (15.). Es war sein erster Saisontreffer und die zweite bittere Pille für die in Weinrot-Weiß spielenden Gäste.

Wer weiß, was passiert wäre, wenn Aias Aosman nach einer Hartmann-Ablage per Direktschuss nicht über das Tor geschossen, sondern es getroffen hätte (21.). So aber fehlte es den Dynamo-Profis am nötigen Selbstvertrauen, sie leisteten sich zu viele Fehler im Mittelfeld, verloren viele Zweikämpfe. Auch Akaki Gogias Eckstöße verpufften wirkungslos. „Ohne Galligkeit und Biss wird es in der 2. Liga ganz schwer“, haderte Neuhaus mit seiner Mannschaft. Kurz vor der Pause hatte sein Team noch Glück, dass Schwäbe nach seinem Foul an Wooten kurz außerhalb des Strafraums nur Gelb sah (45.).

Nach dem Seitenwechsel brachte Neuhaus Erich Berko für Andreas Lambertz, doch weder der Ex-Stuttgarter noch Hauptmann konnten Marco Knaller im SVS-Tor überwinden (63.). Auch der eingewechselte Testroet konnte kein Feuer im Strafraum der Kurpfälzer entfachen. Bis zuletzt versuchten es die Dynamos dennoch – und hatten noch zwei Chancen: Gogia schoss erst per Freistoß vorbei (77.), dann scheiterte Kutschke nach einem Freistoß des eingewechselten Niklas Kreuzer an Knaller (86.). Auf der Gegenseite hätte SVS-Joker Markus Karl noch das 3:0 machen können, doch Schwäbe parierte (87.).