Feministische Attacke auf die Saloppe

Dresden – In der Nacht von Montag zu Dienstag haben Unbekannte den Biergarten Saloppe am Dresdner Elbhang attackiert. Auf eine Sandsteinmauer sprühten sie „Schlampe tötet Hirsch“. Zettel mit dieser Parole klebten sie auf einen Schaukasten und beschmierten ein Plakat, das auf die Sommerwirtschaft hinweist.

Der Übergriff hat scheinbar einen feministischen Hintergrund. In einer Mail, die auch an Dresden Fernsehen ging, bekennt sich eine Gruppe mit dem Namen Superzicken dazu. Darin heißt es, der Hirsch würde sich in ekliger Macho-Pose mit einem Schlüpper zwischen dem Geweih, mit der Drohung „Du willst es doch auch!“ an die Betrachterinnen* wenden.“

Bei der Saloppe kann man das nicht nachvollziehen. Im französischen bedeutet „salope“ zwar Schlampe. Allerdings geht darauf nicht der Name der Sommerwirtschaft zurück, erklärt Eventmanagerin Linda Glaser. Der Ursprung liegt in dem Begriff für Bretterhütte: Schaluppe. Und die stand an diesem Ort bereits 1760, noch vor dem Bau des Wasserwerks Saloppe.

Der Hirsch im Logo der Saloppe wurde vom bekannten Dresdner Künstler Lars P. Krause designt. Das Motto „Du willst es doch auch“ sei dabei keineswegs sexistisch zu verstehen, so Linda Glaser. Es bezieht sich vielmehr auf die idyllische Umgebung, in die es allabendlich viele Menschen zum Feiern zieht. Und so versuchen die Saloppe-Mitarbeiter den Angriff mit Humor zu nehmen. Anzeige haben sie trotzdem erstattet.