Fürstlicher Besuch in Chemnitz

Chemnitz – Dr. Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein war höchstpersönlich gekommen, um die neue Kabinettsausstellung im Staatsarchiv Chemnitz in Augenschein zu nehmen.

Dabei werden bedeutende Zeugnisse der Geschichte des Hauses Schönburg und damit auch Sachsens gezeigt.

So unter anderem die Stiftungsurkunde für das Nonnenkloster Geringswalde aus dem Jahr 1233 – eines der ältesten Dokumente überhaupt in Südwestsachsen.

Das erstmals 1130 erwähnte Adelsgeschlecht Schönburg prägte über Jahrhunderte die Geschichte Südwestsachsens.

Zu den zahlreichen Besitztümern gehörten unter anderem das Schloss Hartenstein, die Rochsburg und das Schloss Lichtenstein. Im Jahr 1790 wurde dem Haus Schönburg die Reichsfürstenwürde durch Kaiser Leopold II. verliehen – auch diese prachtvolle Urkunde ist in der Ausstellung zu sehen.

Der Prinz reiste für die Eröffnung extra aus Wien an. Die Geschichte seiner Vorfahren begleitet ihn in Südwestsachsen auf Schritt und Tritt.

Die Schönburger mit ihrer fürstlichen Linie Hartenstein wurden 1945 enteignet und vertrieben, sind jedoch seit der Wiedervereinigung wieder in Sachsen präsent. So gehören der Familie zwei Forstbetriebe in Hartenstein und Penig.

Der Prinz kaufte 1996 die Burg Stein in Hartenstein zurück und restaurierte sie. Dies soll nun auch mit dem Schloss in Penig geschehen.

Prinz Alfred will beide Forstbetriebe samt den Schlössern seinen beiden Söhnen vermachen, die dafür sorgen, dass das Geschlecht der Schönburger auch weiterhin Sachsen erhalten bleibt.

Die Ausstellung zur Geschichte des herrschaftlichen Hauses Schönburg wird dauerhaft im Staatsarchiv Chemnitz gezeigt.

Im Jahr 2013 war das Archiv von seinen alten Räumlichkeiten im Europark Altchemnitz in das Peretzhaus an die Elsasser Straße gezogen, nachdem das Gebäude lange Zeit von der Chemnitzer Stadtverwaltung genutzt wurde.

 

Für seine neue Bestimmung wurde das Haus aufwendig umgebaut, was vor allem durch den modern eingerichteten Lesesaal deutlich wird. Zudem wurde ein Magazinanbau geschaffen, in dem die Dokumente des Archiv sicher und klimatisiert verwahrt werden.

Nach dem Hauptstaatsarchiv Dresden ist das Staatsarchiv Chemnitz die zweitgrößte derartige Einrichtung im Freistaat Sachsen. Sein Bestand umfasst rund 25.000 Meter laufende Meter Akten, inklusive 4.000 Urkunden und mehr als 200.000 Pläne und Karten. Dazu kommen noch weitere Archivalien wie Fotos, Plakate, Filme und Tonträger.

Jeder Geschichtsinteressierte kann das Archiv für seine Nachforschungen nutzen.