Gedenken an Volksaufstand in der DDR

Chemnitz – In Chemnitz ist am Freitag zum 63. Jahrestag des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 den Verfolgten und Opfern der stalinistisch geprägten Diktaturen gedacht worden.

Aufgrund des Dauerregens fand die Gedenkveranstaltung in diesem Jahr im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis statt. Zu Gast waren dabei neben zahlreichen Zeitzeugen auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sowie Mitglieder des sächsischen Landtages.

Am 17. Juni 1953 hatte es in der DDR landesweit Streiks, Demonstrationen und Proteste gegeben. Dabei wurden unter anderem der Rücktritt der Regierung, freie Wahlen, Pressefreiheit und die Deutsche Wiedervereinigung gefordert. Der Aufstand war von der Sowjetarmee blutig niedergeschlagen worden.

Von den Zeitzeugen erinnerte Jörg Petzold an die Geschehnisse des Juni 1953, die anschließend den Repressionsapparat der DDR-Staatssicherheit aktivierten. Er gehört zu den vielen ehemaligen Häftlingen, die aus dem Stasi-Untersuchungsgefängnis auf dem Kaßberg vom Westen freigekauft wurden.

Der Verein „Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.“ setzt sich seit Jahren für die Erinnerungskultur in der historischen Haftanstalt ein. Ein Teil des Grundstück wurde ihm im Februar vom Freistaat übertragen. An der Außenmauer sollen im September die Bauarbeiten für das Errichten der Informationsstelen für den Gedenkort beginnen.

Anschließend legten Zeitzeugen an der Gedenkstele an der Hohen Straße Kränze und Blumen nieder.

Das Denkmal für die „Opfer der Gewaltherrschaft 1945 – 1989“ war im vergangenen Jahr durch Metalldiebe beschädigt worden. Die eiserne Kette wurde nachgefertigt und wieder an die Stele angebracht.