Gefahrgut-Lkw kippt um – A4 wieder frei

Ottendorf-Okrilla – Fast einen halben Tag hat ein Unfall mit einem Gefahrgutlaster auf der Bundesautobahn 4 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten.

In der Nähe von Ottendorf-Okrilla ist am Montagnachmittag ein Sattelzug, der Gefahrgut geladen hatte, umgekippt.

Daraufhin wurde die A4 in beide Fahrtrichtungen zwischen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz gesperrt. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau. Pendler und Lasterfahrer mussten zum Teil lange Umleitungen in Kauf nehmen.

Der 58-jährige Fahrer eines Tanksattelzuges hatte in einem engen Baustellenbereich in Fahrtrichtung Görlitz die Kontrolle über sein etwa 40 Tonnen schweres Gespann verloren. Wie die Polizei Görlitz mitteilt, war der LKW den Unfallspuren nach mit den Rädern der rechten Seite auf den unbefestigten Untergrund neben der Asphaltdecke geraten. Bei dem Versuch, gegenzulenken, schaukelte sich das vollbeladene Gespann auf und kippt schließlich auf die linke Seite.

Der Auflieger der Zugmaschine war mit 25 Tonnen Aluminiumsulfat beladen – einer ätzenden anorganische Flüssigkeit. Allerdings blieb der Tank dicht, nur Dieselkraftstoff trat aus. Mit rund 40 Kameraden waren Freiwillige Feuerwehren aus dem Umland im Einsatz. Sie pumpten die flüssige Ladung auf ein Ersatzfahrzeug um. Erst danach konnte der verunfallte LKW durch einen Kran aufgerichtet und später abgeschleppt werden.

Für die Bevölkerung und die Umwelt bestand laut einem ABC-Fachberater keine unmittelbare Gefahr. Der Unfallfahrer musste im Krankenhaus ärztlich versorgt werden. Gegen 23 Uhr hatten die Einsatzkräfte die Unfallstelle geräumt. Seit etwa 2 Uhr fließt der Verkehr wieder in beide Fahrtrichtungen.

Die Polizeidirektion Görlitz hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Sie schätzt den Schaden auf mehr als 100.000 Euro.