Geschäftspartner zeigt Sarrasani an

Dresden – Im April waren sie noch Geschäftspartner, jetzt fliegen die Fetzen. Peter Kral, der Veranstalter der Ausstellung Real Bodies hat Strafanzeige gegen André Sarrasani gestellt. Sein Vorwurf: Eingehungsbetrug und Insolvenzverschleppung.

Wie André Sarrasani schon bei der Bekanntgabe des Insolvenzverfahrens sagte, hatten ausbleibende Besucher und Einnahmen bei Real Bodies das Dresdner Traditionsunternehmen endgültig in den Abgrund gezogen. Wie er am Mittwoch mitteilte, wollte er deshalb mit Peter Kral, Geschäftsführer der BISKUIT Musik-, Event-u. Ausstellungs-GmbH nachverhandeln. Allerdings führten die Gespräche zu keinem Ergebnis. Aufgrund der geringen Besucherzahlen konnte Sarrasani eine vereinbarte Zahlung an BISKUIT nicht leisten.

Nun hat Peter Kral Klage eingereicht. Schriftlich teilt er mit: „Im Rahmen des Ausstellungsprojekts hat André Sarrasani durch Vortäuschen falscher Tatsachen sich nicht nur den Erhalt der Ausstelllung „Real Bodies“ erschlichen, sondern sich darüber hinaus der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht.“

 

Sarrasani und sein vorläufiger Insolvenzverwalter Dirk Herzig von Schultze & Braun sehen darin ein durchsichtiges Manöver: „In Insolvenzverfahren ist immer wieder zu beobachten, dass Gläubiger sich aus Verdruss über ausstehende Zahlungen an Gerichte und die Öffentlichkeit wenden, um ihren Forderungen vermeintlich mehr Nachdruck zu verleihen“, so beide in einer Mitteilung. Es gebe aber ein festgelegtes Verfahren für den Umgang mit offenen Forderungen, von dem weder Sarrasani noch der vorläufige Insolvenzverwalter abweichen könnten.

 

Laut Veranstalter Peter Kral war „Real Bodies“ in Venedig und Lissabon ein echter Publikumserfolg. In Dresden, wo bereits vor zwei Jahren die Körperwelten überaus erfolgreich Station machten, wollten Real Bodies aber nur wenige sehen. Erwartet wurden 15.000 Besucher jeden Monat, davon kam aber nur ein Viertel.

In wirtschaftliche Schwierigkeiten brachte Sarrasani aber auch eine erhebliche Steuernachzahlung von 400.000 Euro aufgrund einer veränderten Rechtsauffassung zur Versteuerung von Dinnershows.