Glasflaschenverbot in Dresdner Spätshops?

Dresden – Szeneviertel oder Problemviertel? Die Dresdner Neustadt sorgt zur Zeit wieder für Gesprächsstoff. Immer wieder beschweren sich Bürger über Lärm bis spät in die Nacht, Eckenpinkler und Glasscherben auf den Straßen. Nachdem das Alkoholabgabevebot an Wochenende im Juni gekippt wurde, kommt nun ein neuer Vorschlag ins Spiel.

Mal eben kurz zum Spätshop um mit Freunden auf der Straße ein paar Bierchen zu trinken – in der Äußeren Neustadt ein beliebter Brauch. Seitdem die Polizeiverordnung zur Alkoholabgabe gekippt wurde, geht das nun auch freitags und samstags nach 22 Uhr. Das freut nicht nur die durstigen Kehlen sondern auch die Betreiber der zehn ansässigen Spätshops.

Allerdings gibt es auch Kritik denn einige Bürger ärgern sich über die Folgen des nächtlichen Alkoholkonsums, z.B. den Lärm und die kaputten Glasflaschen.

 

Bei einer Einwohnerversammlung im Mai wurde deshalb ein generelles Glasflaschenabgabeverbot in Spätshops angeregt. Dies stand nun im Ortsbeirat Neustadt auf der Tagesordnung und wurde dort heiß diskutiert. Während sich die Mehrheit skeptisch über eine solche Verordnung zeigte, wies CDU-Ortsbereit Lutz Bartel darauf hin, das Problem nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ordnungsamtschef Ralf Lübs erklärte allerdings, dass ein solches Verbot rechtlich vermutlich schwierig umzusetzen sei. Eine andere Frage ist, ob es praktisch überhaupt sinnvoll ist.

Statt des generellen Glasflaschenverbots wurde im Ortsbeirat letztendlich ein Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Dazu zählen z.B. Halterungen für Leergut an Papierkörben und ein Stadtteilmanager, der als Koordinator fungiert. Außerdem sollen die Spätshops mehr in die Verantwortung genommen werden.

Mit 14 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen ist das Maßnahmenpaket schließlich auf den Weg gebracht worden. Als nächstes muss sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen.