Glumanda, Pikachu und Co in Sächsischen Städten gesichtet

Deutschland – Nicht nur Spielefreaks haben wohl lange auf die Veröffentlichung von „Pokémon Go“ gewartet. Seit Mittwochvormittag ist das Smartphone-Spiel nun auch in Deutschland ohne Umwege herunterzuladen. Augmented-Reality ist das Erfolgsrezept der Pokémon-Entwickler Niantic. Im Sturm erobern Pikachu und Co jetzt auch Sächsische Städte.

Vielerorts hatte man in den vergangenen Tagen bereits mehr Menschen als sonst mit gesenktem Kopf auf ihr Smartphone starrend in der Bahn oder auf der Straße gesehen. Offiziell war die App noch nicht in Deutschland erhältlich. Mittwochvormittag hat sich das geändert: Seitdem können Pokémon-Fans die App im Google Play Store und in Apples App-Store herunterladen. Ebenso lang ist die Seite zur Erstellung eines Benutzerkontos für das Spiel immer mal wieder überlastet.

Kleine Monster mit merkwürdigen Namen fangen und in abenteuerlichen Welten andere Gegner bezwingen – Schon einmal haben sich an Pokémon die Meinungen der Generationen geschieden. Ein echter Hit waren Fernsehserie, Gameboyspiel und das gesamte Drumherum in Sachsen und weltweit vor allem für Kinder und Jugendliche in den 2000ern. Diese Generation ist heute am Studieren oder bereits berufstätig. Viele von ihnen erfasst der Hype erneut und wieder verstehen die Generationen darüber nur schwer die Begeisterung.

Doch was ist das Neue an „Pokémon Go“? Die App setzt auf Kindheitsphantasien und macht den Traum vieler Taschenmonster-Fans nun so real, wie aktuell technisch möglich. Der Spieler bewegt sich durch die Pokéwelt auf seinem Smartphone, indem er in der wirklichen Welt herumläuft. Trifft er im Spiel auf ein Pokémon, kann er es mit Hilfe der Kamera in der Umgebung finden und dann fangen. So springt ein Glumanda durch eine Dresdner Straßenbahn oder ein Taubsi taucht in einem Bett in Leipzig auf. Pokémon sind auf der ganzen Welt versteckt. Dahinter steckt vermutlich ein Algorithmus, der die Verteilung steuert: Wasserpokémon etwa begegnet man häufig in der Nähe von Flüssen und Seen, in Städten wie Chemnitz, Leipzig und Dresden hingegen sind auffallend viele Ratten- und Tauben-Pokémon zu finden. Sehenswürdigkeiten oder vielfrequentierte Orte, die innerhalb der App zu Poké-Stops und Kampf-Arenen werden, lassen den Spieler dann quer durch die Stadt reisen, um Punkte zu sammeln oder neue Pokébälle zu erhalten.

Seit einer knappen Woche hat sich „Pokémon Go“ zu dem bestimmenden Thema in den sozialen Netzwerken entwickelt. Seit heute rennen wohl auch in Sachsen noch mehr Menschen durch die Gegend, um die knuffigen Monster zu fangen. Kritiker verweisen auf das Risiko, was diese App für den Straßenverkehr mit sich bringt. Durch die Gegend ziehend und auf das Smartphone starrend, leidet bei vielen Nutzern vor allem die Aufmerksamkeit für die Umgebung. Die ersten Unfälle bleiben abzuwarten aber eins scheint sicher: Auf alle Fälle wird die App in den kommenden Tagen sachsenweit zu Daumen- und Nackenschmerzen sowie schnell geleerten Smartphone-Akkus führen.