Herz statt Hetze ruft zu Protest gegen Pegida-Jahrestag auf

Dresden – Anlässlich des zweiten Jahrestages der Gründung Pegidas wollen die Organisatoren der Aktionsplattform „Herz statt Hetze“ am 17.Oktober für „Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit“ demonstrieren. Mit zwei Demonstrationszügen wollen sie mehr als 5.000 Menschen auf den Straßen der sächsischen Landeshauptstadt versammeln.

Das islamfeindliche Bündnis Pegida musste die Kundgebung zum zweiten Jahrestag auf den kommenden Sonntag vorverlegen. Grund für diesen Terminwechsel ist die Belegung aller großen Innenstadtplätze durch angemeldete Gegendemonstrationen und Versammlungen am Montag. Vor allem für den prestigeträchtigen Theaterplatz hatte der sächsische Grünen-Politiker Jürgen Kasek bereits im Februar eine Veranstaltung angezeigt. Trotz der Verschiebung halten die „Herz statt Hetze“-Organisatoren am Montag fest.

Nach dem Image-Verlust durch die Schmährufe und Demonstrationen vom 3. Oktober will auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert am Montag ein positives Signal aus der sächsischen Landeshauptstadt senden. Ab 17Uhr lädt er zu einem Bürgerfest auf dem Dresdner Neumarkt ein. „Herz statt Hetze“-Mitorganisator Cornelius Brandmiller wertet dies als positives Zeichen der Stadtverwaltung.

Auch der Landesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Kasek, ruft zur Teilnahme an der Demonstration auf:“Bautzen, Sebnitz, Dresden – Sachsen stand in den letzten Wochen einmal mehr in den Negativschlagzeilen. An diesem Montag müssen wir in Dresden gemeinsam zeigen, dass in Sachsen Demokratinnen und Demokraten die Mehrheit bilden. Wir überlassen das Wort nicht den Hetzern und geben dem Hass von PEGIDA und AfD keinen Platz. Wir stehen ein für ein friedliches Miteinander, ein weltoffenes Sachsen und entgegnen Rassismus entschieden. Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgefordert, an diesem Tag Stellung zu beziehen. Im vergangenen Jahr sind dem Aufruf von „Herz statt Hetze“ 20.000 Menschen gefolgt – das müssen wir wieder erreichen.“

Am ersten Jahrestag Pegidas hatten sich im vergangenen Jahr auf beiden Seiten etwa 20.000 Menschen versammelt. Erstmals waren an diesem Tag mehr Menschen gegen als mit Pegida auf der Straße. Im Anschluss an die Versammlungen hatte es allerdings gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien gegeben.