Jetzt meldet sich Lovoo zu Wort

Dresden –  200 Beamte von Staatsanwaltschaft und Polizei sind am Mittwoch zur großen Razzia in mehreren Privaträumen sowie dem Dresdner Firmensitz von Lovoo aufgeschlagen. Es besteht der Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs. Jetzt hat sich das Unternehmen erstmals zu den Vorwürfen geäußert.

Auf der Homepage der Dating-Plattform schreibt das Unternehmen: 

„Am 8. Juni 2016 fand eine Durchsuchung der Geschäftsräume der LOVOO GmbH in Dresden und in Berlin statt. Hintergrund der Durchsuchungsmaßnahmen sind Vorwürfe von anonymer Seite, die erstmals im September 2015 öffentlich wurden.
Die LOVOO GmbH hat den Ermittlungsbehörden vollumfängliche Transparenz und Kooperation zugesichert. Aufgrund laufender Ermittlungen sind weitere detaillierte Angaben zurzeit nicht möglich.
Die LOVOO GmbH wird regelmäßig im Rahmen der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten berichten. Als erfolgreichste Dating App Deutschlands wird die LOVOO GmbH weiter daran arbeiten, die Vorwürfe aufzuklären und das Vertrauen ihrer 200 Mitarbeiter und ihrer vielen Millionen Nutzer wiederherzustellen.“

Hintergrund:
Im vergangenen Jahr hatte das online Dating-Portal Lovoo aus Dresden deutschlandweit für Negativschlagzeilen gesorgt. Auf Grundlage zugespielter Dokumente und aufwändiger Eigenrecherche hatten Computerhacker und Redakteure der Fachzeitschrift c’t der Flirt-Plattform vorgeworfen, seinen Nutzern mit unlauteren Tricks Geld aus der Tasche zu ziehen. Demnach existieren in dem Netzwerk automatisierte Profile, die Flirtsuchende dazu verleiten, kostenpflichtige Aktivitäten zu nutzen. Belegt wurden diese Vorwürfe anhand aufgedeckter Programmcodes und internem E-Mail-Verkehr. Das Dresdner Unternehmen dementierte dies. Die E-Mails aus der Dresdner Führungsriege seien Fälschungen.

Am Mittwoch haben die Beamten des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft dann zugeschlagen. Durchsuchungen in Dresden, Nürnberg und Berlin, sowie drei Festnahmen hat es gegeben. Konkret geht es um die Chefs Alexander Friede die Brüder Benjamin und Björn Bak. Während Alexander Friede und Benjamin Bak bis zum Abschluss der Ermittlungen in Untersuchunghaft bleiben, ist Björn Bak bereits nach kurzer Zeit wieder freigekommen, wie Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Donnerstag mitteilte. Gegen weitere 9 Mitarbeiter laufen aktuell Ermittlungen.

Deutschlandweit hatte die Razzia in dem Dresdner Erfolgsunternehmen für Aufregung gesorgt. Unter dem Hashtag #Lovoo amüsierten sich viele Menschen auf Twitter über die Durchsuchungen.
Nach fast 9 Monaten verdeckter Ermittlungen hat Justitia reagiert und der Fall Lovoo kommt neu ins Rollen.