Keine Konsequenzen: Polizist räumt Fehler bei Pegida-Einheitskundgebung ein

Dresden – Vor Beginn der Pegida-Demonstration hatte ein Beamter die Versammlungsauflagen verlesen, obwohl dies üblicherweise der Veranstalter macht. Am Ende seiner Durchsage erklärte der Polizist vor mehreren tausend Pegida-Anhängern: „Wir wünschen einen erfolgreichen Tag für Sie!“. Dafür wurde die Polizei heftig kritisiert.

Horst Kretzschmar (56): „Heute war der niedersächsische Kollege bei mir, der am 3. Oktober über Lautsprecher Versammlungsteilnehmern von Pegida ‚einen erfolgreichen Tag‘ gewünscht hatte. Wie bereits am Einsatztag angekündigt, habe ich in einem persönlichen Gespräch mit ihm den Einsatz nachbereitet. Diese Art der Fehlerkultur innerhalb der Polizei ist mir sehr wichtig.

Im Gespräch habe ich den Kollegen als einen einsichtigen Mann kennengelernt. Er räumte ein, dass der gut gemeinte Versuch einer Grußformel am Ende einer polizeilichen Durchsage an der Stelle letztlich fehl am Platz war.

Ich bin mir sicher, dass auch ihm im Nachgang klar geworden ist, welche weitreichenden Folgen seine Durchsage für die Polizei hatte, deren Einsatz in der Öffentlichkeit oftmals auf diesen einen Satz reduziert wurde. Auch wenn ich die öffentliche Empörung verstehe, ist die undifferenzierte und pauschalisierende Darstellung der sächsischen Polizei für mich unerträglich – zumal wir uns sofort öffentlich von den Aussagen eines einzelnen Einsatzbeamten distanziert und gleichzeitig die Verantwortung als einsatzführende Dienststelle übernommen haben.

Nach dem heutigen Gespräch sehe ich keine Notwendigkeit für weiterführende disziplinarrechtliche Schritte gegen den Kollegen. Unabhängig davon fließt dieses Ereignis in die Einsatznachbereitung sowohl der sächsischen Polizei als auch der niedersächsischen Kollegen ein.“

Quelle: Polizeidirektion Dresden

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