Innovation aus Dresden soll künftig Blindheit heilen

Dresden – In der Augenforschung ist Dresdner Wissenschaftlern ein riesiger Durchbruch gelungen. Eine neue Studie verändert das wissenschaftliche Verständnis der Mechanismen, die bei Zelltransplantationen zur Verbesserung der Netzhautfunktionen zum Tragen kommen.

Bahnbrechend sehen die Laborräume am Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden eigentlich nicht aus. Doch genau hier ist sächsischen Wissenschaftlern ein Paradigmenwechsel in der Augenforschung gelungen. Bislang ging man davon aus, dass bei der Transplantation von Sehzellen die Spenderzellen die Funktion der beschädigten Netzhaut übernehmen. Die Forschungsgruppe um Professor Marius Ader hat nun aber einen anderen Mechanismus entdeckt.

„Kurz gesagt haben wir entdeckt, das kranke Sehzellen nicht nur durch transplantierte Zellen ersetzt werden, sondern durch Zelltransfer in ihrer eigenen Funktion angeregt werden“, sagt Ader gegenüber DRESDEN FERNSEHEN. Zur Zeit hätten die erlangten neuen Erkenntnisse allerdings noch keinerlei Auswirkungen auf die Praxis.

Während für erste Experimente Stammzellen von Mäusen genutzt werden können, werden gelungene Experimente mit Humanzellen überprüft. Anders als man jetzt aber erwarten würde, werden dabei keine Sehzellen benötigt: „Wir können Sehzellen aus allen Stammzellen von Mäusen und Menschen züchten. Dies geschieht in einem unserer Laborräume.“ Ausgewertet werden die Erkenntnisse in speziellen, dunklen Laborräumen. Unter speziellen Fluoreszenz-Mikroskopen können die Forscher untersuchen, was mit den Sehzellen nach der Transplantation geschieht.

Insgesamt leiden in Deutschland derzeit rund 1,6 Millionen Menschen an Erkrankungen der Netzhaut. Darüber hinaus sind jährlich rund 5.000 Menschen von Neuerblindungen betroffen. Anschlussuntersuchungen des Forschungsteams um Professor Ader sollen nun herausfinden, ob die Erkenntnisse künftig auch Auswirkungen auf die praktische Behandlung haben können.