Kostenexplosion bei Radmeisterschaften

Chemnitz – Die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport Ende Juni dieses Jahres droht für die Stadt Chemnitz zum finanziellen Debakel zu werden.

Im Zuge der Planungen hat sich ergeben, dass das Organisationsbüro insgesamt 750.000 Euro für die ordnungsgemäße Durchführung der Wettbewerbe benötigt. Ursprünglich ist man von Kosten von 200.000 Euro ausgegangen.

Diese Vervierfachung der Ausgaben werden mit Mehraufwendungen für das Verkehrskonzept begründet. So müsse allein die 20 Kilometer lange Strecke für das Straßenrennen im Stadtgebiet an mehr als einhundert Knotenpunkten abgesichert werden.

Das Ergebnis der Ausschreibung übersteigt das veranschlagte Budget unter anderem wegen des enorm hohen Personalbedarfs und der speziell für diese Veranstaltung produzierten Ausschilderung.

Der Chemnitzer Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am 25. Januar mit der Kostenexplosion beschäftigen. Lehnen die Stadträte die Aufstockung der Mittel ab, müssten die Radmeisterschaften abgesagt werden. Die Stadt müsste dann eine Vertragsstrafe an den Bund Deutscher Radfahrer in Höhe von 30.000 Euro zahlen.

Es ist durchaus allerdings möglich, dass die Kosten für die Radmeisterschaften sogar noch deutlich höher als 750.000 Euro liegen. So sind die Ausgaben für die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes in diesem Betrag noch nicht enthalten.