Literaturfest Meissen – nah, fern und mit Vögeln

Meißen – Aus nah und fern kommen in diesen Tagen die Geschichten auf den vielen Lesebühnen und Plätzen in der historischen Altstadt Meißens – unter dem Motto „Zwischen den Welten“.

Sie werden in den Höfen, in Kirchen, Kellern, szenisch oder musikalisch dargeboten und sorgen an besonderen Leseorten, die extra zum 7. Literaturfest geöffnet sind, für emotionale Momente.

Über  230 Lesungen, Theaterinszenierungen, Stadtführungen und musikalisch-literarischen Veranstaltungen finden aktuell am verlängerten zweiten Juniwochenende statt.  Eintrittsfrei. Das Meißner Open-Air-Lesefest ist einmalig in Deutschland.

Zu den zahlreichen Vorlesern gehörte am Samstag auch Ernst Paul Dörfler. Der EuroNatur-Preisträger 2010 erforschte das Intimleben der Vögel und stellt es mit Witz und Leichtigkeit in seinem Buch „Liebeslust und Ehefrust der Vögel“ vor.

Wer mit wem? Und wenn ja, wie lange schon? Wie oft und vielleicht auch wie viele? Ernst Paul Dörfler erzählt von den Liebeslüsten und Ehedramen der Vögel, ganz so, als seien sie eng mit den Menschen verwandt. Im Video gibt es einen Ausschnitt seiner Lesung beim Literaturfest in Meißen.

Hintergrund zum Literaturfest Meißen: 

Die Idee für ein nicht-kommerzielles Literaturfest in Meißen entstand nicht von ungefähr. Hier hat die hochdeutsche Sprache ihre Wurzeln. Martin Luther nutzte in seiner ersten Bibelübersetzung das Meißner Kanzleideutsch und schuf die Voraussetzung für ein den Dialekten übergeordnetes Standarddeutsch. An der einstigen Fürstenschule und heutigen St.-Afra-Schule lernten Literaten wie Gotthold Ephraim Lessing. Gerhart Hauptmann lebte im Meißner Elbland, Karl May reiste von hier aus literarisch in fremde Welten und brachte seinen Lesern ferne Geschichten seinen Lesern nah. 

Quelle: www.literaturfest-meissen.de