LKA-Sprecher äußert sich zu den Details der Lovoo-Razzia

Dresden – In einem von der Staatsanwaltschaft Dresden und dem Landeskriminalamt Sachsen geführten Verfahren, sind am Mittwoch laut Landeskriminalamt Sachsen zwei Personen festgenommen und 16 Privatwohnungen und Firmenräume durchsucht worden.

Zu den Ermittlungen haben wir mit LKA-Sprecher Tom Bernhardt gesprochen. Das Interview sehen Sie im Video!

Das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden teilten am Mitwochnachmittag folgendes mit:

„Den insgesamt zwölf Beschuldigten im Alter zwischen 25 und 38 Jahren wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.

Das Verfahren richtet sich gegen die drei Geschäftsführer und neun Mitarbeiter eines überregional arbeitenden Dresdner Unternehmens. Bisher erfolgten zwei Festnahmen in Dresden, Durchsuchungen wurden in Dresden (13), Berlin (2) und Nürnberg (1) durchgeführt.

Die als „Kennlern-Agentur“ tätige Firma soll gefälschte Profile, sogenannte Fake-Profile, von Personen angelegt haben, welche durch real existierende Mitglieder kontaktiert werden konnten. In der Regel handelte es sich bei den Täuschungsopfern um Männer. Dabei sollten die Nutzer veranlasst werden, mit den virtuellen Personen in Kontakt zu treten und dabei die kostenpflichtigen Funktionen der Dating-Plattform nutzen.

Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche verfahrensrelevante Unterlagen, Computer- und Mobilfunktechnik, sowie eine größere Anzahl von Datenspeichern sichergestellt. Es waren insgesamt ca. 200 Beamte der Staatsanwaltschaft und der Polizei im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Dresden beantragte die entsprechenden Anordnungen beim Amtsgericht Dresden, das die am heutigen Tag vollstreckten Beschlüsse erließ.

Ziel der Maßnahmen ist nicht die Abschaltung des Online-Portals, sondern die Verhinderung krimineller Handlungen zu Lasten der Nutzer.

Weitere Einzelheiten können derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen, aber auch mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte von Beteiligten und weiteren Mitarbeitern des Unternehmens, nicht mitgeteilt werden.“