Nach den Anschlägen – Polizei im Einsatzmodus

Dresden – Nach den beiden Sprengstoffanschlägen am Montagabend hat Polizeipräsident Horst Kretzschmar den sofortigen Einsatzmodus ausgerufen.  Die für den Tag der Deutschen Einheit geplanten Maßnahmen in der Dresdner Innenstadt werden somit vorgezogen und weiter verstärkt.

Wenige Tage vor den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit hat es in Dresden in der Nacht zum Dienstag zwei Sprengstoffanschläge gegeben. Der Erste ereignete sich kurz vor 22Uhr an der deutsch-türkischen Moschee an der Hühndorfer Straße in Cotta. Durch die Explosion wurden die Tür und der Eingangsbereich der Moschee stark beschädigt. Verletzt wurde aber niemand. Nur 30 Minuten später ereignete sich die zweite Explosion am Internationalen Congress Center nahe dem Sächsischen Landtag. Hier wurde durch die Hitze der Detonation ein Glasquader auf der Terrasse des Gebäudes beschädigt. Im Rahmen der Ermittlungen wurden Reste von selbstgebauten Sprengsätzen an beiden Tatorten gefunden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert verurteilte die Anschläge.

Noch in der Nacht machte sich der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar ein Bild von der Lage. In enger Abstimmung mit dem türkischen Generalkonsul stellte er alle islamischen Einrichtungen in Dresden unter besonderen Schutz.

Die Polizei schließt einen fremdenfeindlich motivierten Anschlag mittlerweile nicht mehr aus und ermittelt in alle Richtungen. Gleichzeitig sieht sie eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am Wochenende. Im ICC wird dann unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck am 3. Oktober zum Empfang laden.

Die Ereignisse der vergangenen Nacht haben Auswirkungen auf die laufenden Einsatzvorbereitungen für die Einheitsfeier. Das Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt gleicht seit Dienstagvormittag einem Hochsicherheitsbereich. Die geplanten Maßnahmen für die Einheitsfeier am Wochenende wurden vorverlegt. Schwerpunkt des Polizeieinsatzes bleibt aber weiterhin der 3. Oktober. Insgesamt werden dann bis zu 2.600 Beamte, darunter auch Kräfte des SEK und der GSG 9 im Einsatz sein.

In der Nacht zum Dienstag waren mehr als 50 Polizeibeamte im Einsatz. Das Operative Abwehrzentrum hat die weiteren Ermittlungen nach den Drahtziehern und Hintergründen übernommen.