Neue Fahrzeuge für das Elektronetz Mittelsachsen

Chemnitz – Am Sonntag ist auf dem Hauptbahnhof Chemnitz der feierliche Betriebsstart der Mitteldeutschen Regiobahn im Elektronetz Mittelsachsen gefeiert worden.

Damit gehen nicht nur ein neuer Betreiber, sondern auch neue Fahrzeuge an den Start.

Der Zug mit dem Namen „Chemnitz“ ist einer von insgesamt 29 modernen Elektrotriebwagen, die künftig im Elektronetz Mittelsachsen auf Fahrt gehen.

Mit einer Taufe im Chemnitzer Hauptbahnhof und anschließender Jungfernfahrt wurde der Zug am Sonntag feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Den Betrieb der neuen Fahrzeuge übernimmt allerdings nicht der Eigentümer der Züge, der Verkehrsverbund Mittelsachsen, sondern die Mitteldeutsche Regiobahn.

Die „Mitteldeutsche Regiobahn“, die zu dem privaten Verkehrunternehmen „Transdev“ gehört, wird den Verkehr auf der Sachsen-Franken-Magistrale sowie auf der Strecke „Chemnitz – Riesa – Elsterwerda“ bis zum Jahr 2030 durchführen.

Mit dem neuen Betreiber sollen die bisher stündlichen Taktzeiten erhöht werden. Aber auch der Komfort soll sich für die Reisenden in den neuen Zügen verbessern.

Das aber nicht allein der Komfort in den Zügen für die Reisenden von Bedeutung ist, machte die Jungfernfahrt nach Glauchau deutlich.

Ein mitreisender Rollstuhlfahrer konnte seine geplante Weiterfahrt nach Zwickau nicht fortsetzen, da er den Anschlusszug nicht erreichen konnte. Auf dem Bahnsteig waren nämlich weder ein Aufzug noch eine Rollstuhlrampe vorhanden, die ihm den Wechsel auf den nächsten Bahnsteig ermöglicht hätten.

Laut dem Bahnbetriebsleiter der Mitteldeutschen Regiobahn, Matthias Löser, sei der Zwischenfall allerdings der Sonderfahrt geschuldet. Im Regelbetrieb sei eine Einfahrt an einen behindertengerechten Bahnsteig gängige Praxis.

Auch Horst Wehner, Mitglied des Sächsischen Landtages und selbst Rollstuhlfahrer, sieht noch einigen Nachholbedarf im behindertengerechten Ausbau der Bahnsteige.

Trotz dieses Wermutstropfens ist der Start des Elektronetzes Mittelsachsen vollzogen. Mit dem neuen Elektronetz sind die sächsischen Verkehrsverbünde auch für eine geplante Elektrifizierung der Strecke Hof – Nürnberg gerüstet.

Wann allerdings die Züge der Sachsen-Franken-Magistrale durchgängig elektrisch bis Nürnberg fahren können, ist noch unklar, denn dies hängt vom Freistaat Bayern und dem Bundesverkehrswegeplan ab.