Oxfam legt sich in Dresden mit Lidl an – wegen Bananen

Dresden – Die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam wirft den großen deutschen Supermärkten vor, Bananen und Ananas von Plantagen zu beziehen, auf denen gegen zahlreiche Menschenrechte verstoßen wird.

Selbst auf Plantagen, die mit dem Nachhaltigkeitssiegel der Rainforest Alliance zertifiziert wurden, seien die Zustände katastrophal. Bei einem Aktionstag in Dresden stellte Oxfam seine neueste Kampagne „Fit für Fair?!“ vor. Mit dieser fordert die Organisation die größte Supermarktkette Lidl – zu der auch Kaufland gehört – auf, faire Löhne zu zahlen und Gewerkschaftsrechte zu garantieren.

Da Lidl laut Oxfam zu niedrige Preise für die tropischen Früchte zahlt, können vor Ort auch keine angemessenen Löhne gezahlt werden. Deshalb sammelten ehrenamtliche Mitarbeiter der Organisation am Aktionstag Unterschriften. Diese sollen phasenweise an Lidl übergeben werden.

Eine Sprecherin des Discounters bezog am Dienstag schriftlich Stellung zu den Vorwürfen.

„Lidl nimmt das Thema der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sehr ernst und arbeitet mit seinen Lieferanten seit Jahren aktiv an Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung. Lidl betreibt jedoch keine eigenen Plantagen. (…) Da wir für den Bezug von Bananen und Ananas selbst keine direkten Geschäftsbeziehungen zu Erzeugern pflegen, beziehen wir all unsere Bananen und Ananas über Importagenturen. Alle unsere Geschäftspartner bestätigen uns dabei schriftlich die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.“

Die Oxfam-Kampagne hat vor allem Lidl in den Fokus gerückt, da dort die Kluft zwischen Selbstdarstellung und Realität am größten sei. Dennoch sollen auch andere Discounter die vermeintlich nachhaltig angebauten Früchte verkaufen.