Patzelt: „Pegida ist die AfD auf der Straße“

Dresden – Pegida ist schon lange kein rein Dresdner Phänomen mehr. Die Bewegung hat deutschlandweit und sogar international Aufsehen erregt. Zuletzt schwand allerdings das mediale Interesse. Doch welche politischen Entwicklungen waren Auslöser dieser Bewegung? Damit und mit den Verbindungen zwischen Pegida und der AfD beschäftigt sich das neue Buch des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner Patzelt.

„Pegida – Warnsignale aus Dresden“ ist der Titel des Buches zur bisher umfassendsten Pegida-Studie. Auf den knapp 670 Seiten befassen sich die Autoren, rund um den Dresdner Politikprofessor Werner Patzelt, unter anderem mit den Auslösern der Bewegung. Aber auch die Einstellungen von Pegida-Demonstranten und dort gehaltenen Reden wurden grundlegend untersucht.

Für die Autoren ist Pegida keine Zufallserscheinung. Ihr Entstehungsprozess sei vor allem in einer Art Heimatverlust und Verlust des Dazugehörigkeitsgefühls zu begründen. Da sich das nähere Umfeld durch den Systemwechsel nach der Wende deutlich verändert habe, haben die als Pegidianer bezeichneten Demonstranten mit einer gewissen Perspektivlosigkeit zu kämpfen. Das die Bewegung deshalb von Dresden ausging ist laut Mitautor Joachim Klose nicht verwunderlich.

Auch die Zusammenhänge zwischen Pegida und der AfD sind Thema des Buches. Professor Werner Patzelt bezeichnete „Pegida als AfD auf der Straße“ und die „AfD als Pegida in den Wahlkabinen.“ Deshalb wollen die Autoren mit ihrem Buch auch Ratschläge für den weiteren Umgang mit Pegida und der AfD geben. Für Sachsens Landtagspräsidenten Matthias Rösler steht dabei vor allem der offene Dialog im Vordergrund.

Als Fehler sehen die Autoren vor allem den Umgang mit Pegida an. Diese hatte man zu schnell in die rechte Ecke gedrückt und als lokales Phänomen angesehen. Sie warnten davor den gleichen Fehler mit der AfD zu begehen, damit eine weitere Spaltung der Gesellschaft verhindert werden kann.