Pilzsammler finden Uran: Untersuchung in Dresden

Dresden – Das sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat nach dem Uranfund in einem Waldstück bei Eibenstock erste Ergebnisse der Untersuchungen bekannt gegeben. 

Frank Meyer, Sprecher des SMUL: „Zum Fund eines Behälters mit radioaktiven Stoffen in einem Waldstück bei Eibenstock kann ich Ihnen aus Sicht der Strahlenschutzbehörden des Freistaates Sachsen folgenden aktuellen Stand mitteilen:

Über die Polizei wurden die Strahlenschutzbehörden am Mittwochabend über den Fund eines Behälters mit unbekannten radioaktiven Stoffen bei Eibenstock informiert.

Der Fund war sichergestellt im Polizeirevier Eibenstock.

 

Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Staatlichen Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) haben den Behälter am Donnerstagvormittag in Eibenstock untersucht und unmittelbar am Behälter eine Dosisleistung von 4,38 bis 6,74 µSv/h festgestellt. Dieser Wert liegt beim 20-bis 30-fachen der natürlichen Radioaktivität (0,2 µSv/h). Zum Vergleich: bei einer Stunde Aufenthalt unmittelbar an dem Behälter würde man etwas weniger Strahlung aufnehmen, als bei einem Flug Deutschland-Mallorca und zurück.

Eine Kontamination mit radioaktiven Stoffen an der Außenseite des Behälters wurde bei der Untersuchung nicht festgestellt.

Aus technischen und Sicherheitsgründen wurde der Behälter nicht in Eibenstock geöffnet.

Er wurde am Donnerstagnachmittag durch das LfULG in einem Spezialbehälter in die Landessammelstelle für radioaktive Stoffe in Dresden-Rossendorf transportiert.

Die gammaspektrometrische Untersuchung des ungeöffneten Behälters des Uranerzes im Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf e. V.(VKTA), der die Landessammelstelle betreibt, ergab, dass es sich mit großer Sicherheit bei dem radioaktiven Teil des Inhalts des Behälters um Pechblende handelt, also Uran238-haltiges Erz, das in der Natur vorkommt und im Erzgebirge zur Gewinnung von Uran abgebaut wurde.

Bei dem Behälter handelt es sich um eine knapp zehn Zentimeter hohe Dose, in der dem Aufdruck nach bei ihrer ursprünglichen Verwendung Erdnüsse verpackt waren („XXL PEANUTS, Geröstet und gesalzen, Virginia extra large, 500 g“).

Die Dose war sechs Kilogramm schwer, innen in Form eines Hohlzylinders mit Blei ausgegossen sowie mit einem Bleideckel verschlossen. Auf dem Bleideckel befand sich die eingekratzte Beschriftung „URAN Pe.-Ble.“. Im Hohlraum des Zylinders befand sich ein 123 Gramm schweres Stück Uranerz, von dem die radioaktive Strahlung ausging. Die Dosisleistung unmittelbar am Erzbrocken betrug 63µSv/h.

Weitere Messungen im VKTA bestätigen den Befund, dass es sich um Pechblende handelt.

Ermittlungen wegen des Verdachts auf in Frage kommende Straftaten im Zusammenhang mit der rechtswidrigen Entsorgung des Behälters im Wald laufen bei der Polizeidirektion Chemnitz.

Quelle: SMUL