Polizei will Präsenz verstärken

Chemnitz – Wie sicher ist es in der Chemnitzer Innenstadt? Laut Polizeidirektion ist die Zahl der Straftaten in den vergangenen drei Jahren um einen zweistelligen Prozentsatz gestiegen.

So seien es vor allem Diebstähle, Körperverletzungen, Sexuelle Beleidigungen und Drogendelikte, die im Stadtzentrum sprunghaft angestiegen sind. Bei den Polizeieinsätzen habe man es meist mit jungen, männlichen Ausländern und minderjährigen deutschen Jugendlichen zu tun.

Da sich ein Großteil der Straftaten im und um den Stadthallenpark ereignet, will die Polizei dort noch stärker Präsenz zeigen. In den vergangenen zwölf Monaten hätten die Beamten rund 16.500 Einsatzstunden in der Innenstadt geleistet.

Bei der weiteren Strategie soll es auch zukünftig große Razzien, wie in den vergangenen Wochen geben, deren Erfolge durchaus umstritten sind. Damit werde laut Polizei ein Zeichen gesetzt – auch wenn im Zuge solcher Aktionen meist nur sehr geringe Mengen an Betäubungsmittel gefunden wurden.

Doch trotz steigender Belastung hat die Chemnitzer Polizei zunehmend mit Personalmangel zu kämpfen. Bis zum Jahr 2020 geht die Zahl der Beamten im Direktionsbereich altersbedingt um 200 auf dann 1.800 zurück.

Mit Polizeipräsenz allein wird sich die wachsende Kriminalität im Chemnitzer Stadtzentrum nur schwer in den Griff bekommen lassen.

Die Stadt Chemnitz will den Stadtordnungsdienst von bisher 14 auf 22 Stellen aufstocken. Auch bei der Mobilen Jugendarbeit wurde bereits das Personal und die Präsenz in der Innenstadt erhöht.

Zudem solle der Stadthallenpark auch dank besserer Ausleuchtung so gestaltet werden, das es keine dunklen Ecken mehr gebe.

Ob diese Maßnahmen helfen werden, die Kriminalität tatsächlich einzudämmen, ist noch ungewiss. Untätig der aktuellen Situation zuschauen und abwarten, wäre die schlechtere Alternative, heißt es von Polizei und Stadtverwaltung.