Sachsen – Land der besonderen Kirchen?

Dresden – Sachsens Kirchen sind ein Orte zur Einkehren und Ruhe finden. Das gilt ganz besonders für eilige Reisende in Stadt Wehlen und Wilsdruff. Dort stehen zwei besondere Kirchen.

Westlich von Dresden an der Autobahn 4 weisen Schilder auf eine Autobahnkirche hin. Folgt man der Abfahrt gelangt man nach Wildruff auf die Hühndorfer Höhe mit dem Ehrenfriedhof und der Jakobikirche. Mit dem Aufstellen der Autobahnschilder im Juni 2005 wurde die Jakobikirche zur Autobahnkirche. Sie ist eine Kirche, der man die Spuren aus über acht Jahrhunderten besonders im Innenraum ansieht. Lange Zeit ungenutzt und aus dem Blickfeld geraten, hielt sie im Schatten der Wilsdruffer Nikolaikirche ihren Dornröschenschlaf.

Für Reisende und andere Besucher steht sie täglich von acht bis achtzehn Uhr offen und lädt ein, inne zu halten und Stärke für die Weiterreise zu sammeln. Man kann eine Kerze anzünden, beten oder Informationen durchblättern und mitnehmen. Seine Gedanken und Grußworte bringt mancher Autofahrer auch im ausliegenden Besucherbuch zu Papier.

Die Jakobikirche ist ein Kleinod, welches es zu bewahren lohnt. Dafür, dass sie zur Autobahnkirche werden konnte, haben sich eine handvoll sehr engagierte Wilsdruffer eingesetzt. Mithilfe der Stiftung Leben und Arbeit konnten die Pläne realisiert werden, sodass die Kirche heute für ihre Gäste geöffnet sein kann. Auch für Pilger hat die Kirche, die am sächsischen Jakobsweg liegt, ihre Bedeutung.

Viel langsamer als auf der Autobahn geht es auf dem Elberadweg zu. Er führt vorbei an allen sehenswerten Punkten zwischen Elbsandsteingebirge und Dresden. Bei schönem Wetter sind Alt und Jung täglich zahlreich unterwegs um den Elberadweg auf zwei Rädern zu erkunden und auch einmal inne zu halten und die Athmosphäre zwischen Gebirge, Elbwiesen und kleinen und größeren Städten auf sich wirken zu lassen. Ein Ort, um nicht nur zu pausieren sondern auch die Seele aufzutanken, ist die Radfahrerkirche in Stadt Wehlen.

 

Aber was ist eine Radwegekirche? Bestimmte Voraussetzungen mussten erfüllt werden, um das verliehene Signet der evangelischen Landeskirche am Kirchtor zu erhalten. Erst damit kann sich eine Kirche als offizielle Radwegekirche bezeichnen. Wichtigste Voraussetzung: Die Kirche muss natürlich an einem Radwanderweg liegen. Zwischen Ostern und Reformationstag muss die Kirche für Besucher frei zugänglich sein und sie muss als geistlicher Raum fungieren. In Wehlen sind Radfahrer eingeladen, sich in der Kirche eine kleine Auszeit zu nehmen, in der Bibel zu blättern, eine Kerze zum Gebet zu entzünden oder eine der wechselnden Ausstellungen zu besichtigen.

m Hof der Wehlener Radwegekirche kann man sein Fahrrad abstellen, Trinkwasser nachfüllen oder einfach den Blick auf die Elbe genießen. Seit kurzem kann man dank einer Kooperation auch eine Fahrradleihstation nutzen. Höhepunkte im Jahreslauf sind ein bis zwei Radfahrerveranstaltungen. So findet entweder ein Radfahrergottesdienst, eine Radwanderung mit Andacht oder der Besuch einer Partnergemeinde statt. Die Strecken sind immer wieder unterschiedlich gestaltet.

Sachsens Kirchen sind ein Orte zur Einkehren und zum Ruhe finden. Das gilt ganz besonders für eilige Reisende in Stadt Wehlen und Wilsdruff.