Sächsische Wissenschaftler könnten den Kampf gegen Alzheimer gewinnen

Dresden – Die Alzheimer Krankheit gibt der Medizin seit Jahren Rätsel auf. Das wissenschaftliche Verständnis hat sich seit der Entdeckung des Krankheitbildes um die Jahrhundertwende kaum verändert. Therapie oder sogar Heilung scheinen unerreichbar. Am Zentrum für regenerative Therapien der TU Dresden ist das 9-köpfige Team um Forschungsleiter Caghan Kizil dabei große Fortschritte verzeichnen.


Es gibt ganz normale Vergesslichkeit. Einige Menschen schussliger als andere. Wenn Sie ab und zu Ihren Schlüssel verlegen, einen Termin vergessen oder der Name eines Bekannten nicht einfällt, ist das kein Grund zur Sorge. Langfristige Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration oder der Orientierung und Stimmungsschwankungen können jedoch im Zusammenhang mit der Schockdiagnose Demenz und Alzheimer zusammenhängen.

 

Rund 80% aller Demenzen werden durch Krankheiten des Gehirns hervor gerufen, bei denen Nervenzellen allmählich verloren gehen. Man bezeichnet diese als neurodegenerative Krankheiten. Genetik, Stoffwechsel Nervenerkrankungen: Demenz kann jeden Treffen. Ihre Ursachen sind erst teilweise bekannt. In Deutschland leben fast 1,6 Millionen Demenzkranke; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jedes Jahr gibt es circa 170.000 Neuerkrankungen – In der alternden Gesellschaft ist die Tendenz steigend. Ausgerechnet ein Fisch soll das Forscherteam jetzt auf den Weg zu einer Behandlung bringen. Die Wissenschaftler haben Zebrafischen ein Protein, das im Zusammenhang mit der Alzheimer-Entstehung stehen soll verabreicht. Dadurch begannen Hirnzellen bei den Fischen abzusterben. Bei der Neubildung der Nervenzellen im Fischhirn entdeckten sie, dass Interleukin-4 einer der wichtigsten Regulator-Proteine ist. Dieses Protein gibt es auch beim Menschen. Als nächstes sollen die bsiherigen Ergebnisse schrittweise auf den Menschen übertragen werden. Aus den Erkenntnissen könnte man vielleicht auch Therapien für andere neurodegenerative Krankheiten ableiten. Hierzu bedarf es jedoch noch weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine vollständige Heilung der Krankheit wird das international besetzte Forschungsteam wohl nicht leisten können. Die Hirnschäden, die Alzheimer anrichtet, werden als irreversibel eingestuft. Die Forscher sind jedoch optimistisch, dass sie den Krankheitsverlauf eines Tages stoppen können.

© DFG-Center for Regenerative Therapies Dresden