Schmetterlingsflug erinnert an Verstorbene

Mit einer bewegenden Geste haben sich im Klinikum Chemnitz Hinterbliebene gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Palliativstation von ihren verstorbenen Angehörigen verabschiedet.

Luftballons, die mit 186 Papierschmetterlingen bestückt waren, wurden am Samstag in einer Zeremonie in den Himmel entlassen. Jeder der Schmetterlinge steht für einen auf der Palliativstation im Klinikumsstandort Küchwald verstorbenen Patienten.

Angehörige heften diese nach dem Tod im „Raum der Stille“ an einen Weidenstrauch. Der Schmetterling steht für die Metamorphose – und eine Möglichkeit für Hinterbliebene ihre Trauer zu verarbeiten.

Etwa 300 Angehörige und Freunde waren am Samstag zum Schmetterlingsflug in das Klinikum am Küchwald gekommen. Junge Künstler der „Musikschule Sommer“ sorgten für den passenden musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

In dem Begriff „Palliativmedizin“ steht das lateinische Wort „pallium“, dass so viel wie „Mantel“ bedeutet. Beschützend wie ein Mantel soll sich auch das ganzheitliche Betreuungskonzept der Chemnitzer Palliativstation um den Patienten legen.

Die Schwerstkranken erhalten eine lindernde Behandlung ihrer Schmerzen und werden in ihren letzten Lebenstagen individuell betreut.

Die Palliativstation kooperiert eng mit dem Hospiz, ist dabei aber keineswegs als Sterbestation zu verstehen. Vielmehr wird die Besserung der Beschwerden des unheilbar kranken Patienten angestrebt.

Der Tod wird dabei als natürlicher Bestandteil des Lebens akzeptiert.

Der Schmetterlingsflug des Klinikums Chemnitz fand bereits zum 6. Mal statt. Für viele Angehörige ist er Symbol der Erinnerung und des Abschieds – gleichzeitig stellt er für alle Beteiligten ein wichtiges Zeichen des Neuanfangs dar.