So erlebte Familie Turan die Nacht in der Moschee

Dresden – Sichtlich schockiert sind Hamza Turan und sein 10-jähriger Sohn. Während des Sprengstoffanschlags auf die Moschee in Dresden-Cotta in der Nacht zu Dienstag befand sich der 46-jährige Imam mit seiner Familie in dem Gebäude.

Der Sächsische Innenminister Markus Ulbig hat sich die Situation vor Ort am Dienstagmorgen angeschaut. Mit Familie Turan hat er über ihre Erlebnisse in der Schreckensnacht gesprochen.

Kurz vor 22 Uhr am Montag erhielt die Dresdner Polizei über die Rettungsleitstelle die Information, dass es an der Moschee an der Hühndorfer Straße zu einer Explosion gekommen war. Im Rahmen der Tatortarbeit stellten die Ermittler Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes als Ursache der Explosion fest. Die Sprengsätze sollen laut Polizeiangaben ziemlich professionell gebaut worden sein.

Durch die Druckwelle wurde die Eingangstür nach innen gedrückt und im Haus entstanden Verrußungen. Familie Turan ist glücklicherweise nichts passiert. Der Imam und seine Familie haben jedoch eine Nacht voller Angst hinter sich. Seit acht Monaten gibt es die Moschee in Cotta – etwa ähnliches sei laut der Familie bisher nie vorgefallen.

Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Weitere Informationen lassen die Beamten aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen offen. Die beiden Dresdner Moscheen an der Hühndorfer Straße und der Marschnerstraße werden bis auf Weiteres bewacht.

© Roland Halkasch