Stadt Chemnitz soll CFC retten!

Chemnitz  – Der Chemnitzer FC befindet sich in bedrohlicher finanzieller Schieflage. Wie ernst die Lage ist konnte man am Donnerstagmittag von den Gesichtern der Verantwortlichen ablesen.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hatte zur eiligen Pressekonferenz ins Rathaus eingeladen. Gemeinsam mit CFC-Präsident Mathias Hänel und dem kaufmännischen Geschäftsführer Dirk Kall schilderte sie die finanzielle Lage des Vereins.

Als die Vereinsverantwortlichen mit den schlechten Nachrichten zu ihr gekommen waren, habe es ihr die Sprache verschlagen, so Ludwig. Schnell wäre jedoch klar gewesen, das die Probleme des Chemnitzer FC nur mit Hilfe der Stadt zu lösen seien.

Im Etat der Himmelblauen (rund 7 Millionen Euro im Jahr) klafft eine Lücke von rund 2 Millionen Euro. Laut den Verantwortlichen habe man sich schlicht verkalkuliert. So habe man sich auf der einen Seite mehr Einnahmen durch Zuschauer oder Merchandising-Erlöse erhofft. auf der anderen Seite seien die Ausgaben völlig aus dem Ruder gelaufen.

Rettung soll nun von Seiten der Stadt Chemnitz kommen, die dem Verein erst kürzlich ein neues Drittliga-taugliches Stadion ermöglicht hat. Durch die vorzeitige Beendigung des Erbbaurechtsvertrages sollen 1,26 Millionen Euro in die Vereinskasse fließen und die gröbsten Liquiditätsprobleme lösen.

Dies geht allerdings nur mit Zustimmung des Chemnitzer Stadtrates. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hat deshalb den Fraktionen eine Beschlussvorlage präsentiert, die am 7. Dezember sicherlich heiß im Stadtverordnetensaal diskutiert wird.

Der Zuschuss durch die Stadt Chemnitz ist allerdings an Bedingungen geknüpft. Bereits Anfang Dezember soll vom CFC ein Sanierungsgutachten beim DFB eingereicht werden, das dem Verein eine positive Fortführungsprognose bescheinigt.

Erst wenn dieses Papier vorliegt, könnte Geld durch die Stadt fließen. Zudem ist ein Kredit durch den Energieversorger eins in Höhe von 1,5 Millionen Euro an das Gutachten geknüpft.

Der CFC wird auf Biegen und Brechen Kosten senken müssen. Ein Verkauf von Spielern zur Winterpause steht allerdings nicht zur Debatte, ebenso wenig wie ein vollständiger Erlass der Stadionpacht in Höhe von 180.000 Euro jährlich.

Klar scheint zu sein, dass die vereinsinternen Strukturen die finanzielle Misere begünstigt haben. Hier müssen laut Barbara Ludwig Veränderungen erfolgen.

Einen Appell richteten die Verantwortlichen auch in Richtung der CFC-Fans. Trotz verständlichem Unmut über die Situation gelte es jetzt dennoch zusammen zu rücken und die Mannschaft weiter zu unterstützen – zum Wohle des Vereins und nicht zuletzt auch der Stadt Chemnitz.