Stadt fordert neues Vergütungsmodell in der Kindertagespflege

Dresden – Die Sächsische Landeshauptstadt will die Vergütung von Leistungen in der Kindertagespflege neu regeln.

Mit dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. sowie dem Mitherausgeber des Frankfurter Kommentars zum SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe), Prof. Dr. Johannes Münder, konnte die Stadt nunmehr zwei anerkannte Partner gewinnen, die sie dabei mit ihrer Expertise unterstützen. „Sowohl Prof. Dr. Münder als auch der Deutsche Verein sind in der Fachwelt in höchstem Maße anerkannt. Ich bin überzeugt, dass wir mit ihrer Expertise zu einem rechtssicheren Vergütungsmodell für die Kindertagespflege in Dresden finden werden“, erklärt die Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, Sabine Bibas.

Das in Auftrag gegebene Gutachten soll bis zum Sommer 2017 vorliegen und zur Grundlage für die Neuberechnung der laufenden Geldleistungen für die Dresdner Tagesmütter und -väter dienen. Ziel ist, die Neukalkulation gemeinsam mit der ebenfalls überarbeiteten Richtlinie zur Kindertagespflege zum 1. Januar 2018 in Kraft zu setzen. Vom neuen Vergütungsmodell werden alle Dresdner Tagesmütter und Tagesväter profitieren und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2016. Anlass der Neuberechnung ist die Entscheidung des Dresdner Verwaltungsgerichtes vom 24. Februar 2016. In einem Musterverfahren hatte das Gericht festgestellt, dass die Angemessenheit der monatlich gezahlten städtischen Geldleistungen für die rund 380 Dresdner Tagespflegepersonen nicht hinreichend plausibel begründet werden konnte. Die schriftliche Urteilsbegründung liegt der Stadt seit August 2016 vor.

Tagesmütter und Tagesväter leisten in Dresden einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Kindertagesbetreuung von unter 3-jährigen Kindern. In familiennaher oder familienähnlicher Betreuung werden bis zu fünf Kinder betreut und in ihrer Entwicklung begleitet. Aktuell zahlt die Stadt den in Dresden tätigen Kindertagespflegepersonen für eine 9-stündige Betreuung 617,23 Euro pro Kind und Monat als Aufwendungsersatz.

Quelle: Sächsische Landeshauptstadt Dresden