Stottern: Mit Sprachfehler zum Theater

Dresden – Gymnastik zur Stärkung der Muskulatur. Das macht Katrin Lissner aus Dresden mehrmals die Woche. Man sieht es der jungen Frau nicht an, doch sie hat ein Handicap: sie stottert.

Doch was bedeutet Stottern eigentlich?

Stottern ist eine Unterbrechung des Redeflusses durch auffällige Blockaden, Wiederholungen oder Dehnungen. In diesem Moment weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, er kann es jedoch nicht störungsfrei herausbringen. Stottern kann je nach Gefühlslage und Verfassung des betroffenen Menschen zwar schwanken, ist jedoch eine körperliche bedingte Sprechbehinderung.

Quelle: Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V

Über 800.000 Menschen in Deutschland stottern. Katrin Lissner hat seit ihrer Kindheit dieses Problem, eine Krankheit stecke aber nicht dahinter. Seit dem ist die 33-jährige in Behandlung. Ihre letzte Sprachtherapie hat sie vor anderthalb Jahren beendet. Durch die Therapie kam sie zum Theater. Bei der Bürgerbühne hatte sie eine kleine Rolle, in der Katrin Lissner auch sprechen musste. Fotos im Flur der Dresdnerin erinnern an diese Zeit. Ihr Stottern wurde in die Rolle eingebaut, so dass Katrin Lissner keine Angst davor haben musste. Doch gerade die innere Aufregung legt sich bei ihr auf die Sprache.

In ihrer Kindheit hatte Katrin Lissner Glück. In der Schule wurde sie aufgrund ihres Sprachproblems nie gehänselt. Erst seit zehn Jahren geht die Sächsin so offen mit dem Thema um und will auf das Problem aufmerksam machen. Am 22. Oktober ist der Welttag des Stotterns. Dann gibt es in ausgewählten Städten Deutschlands Aktionen rund um das Thema.