Tausche Bohrmaschinen gegen Crystal

Chemnitz/Annaberg-Buchholz – Ermittler der Polizeidirektion Chemnitz konnten jetzt eine Serie von Garteneinbrüchen im Chemnitzer Stadtgebiet sowie in Annaberg-Buchholz aufklären. Zur Rede stehen derzeit 45 Laubeneinbrüche, darunter sechs Fälle in Annaberg-Buchholz, zwischen Februar und Mitte April dieses Jahres mit teilweise bis zu zehn Geschädigten.

Als Haupttäter gilt ein 25-Jähriger. Darüber hinaus ermittelten die Polizisten vier Männer im Alter zwischen 26 und 36 Jahren, denen jedoch nur eine geringe Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte. Der 25-jährige Haupttäter ist für die Ermittler unterdessen kein Unbekannter. Er war im vergangenen Jahr als Mitglied einer Bande an über 100 Einbrüchen im Stadtgebiet Chemnitz beteiligt gewesen. Kürzlich wurde er vom Landgericht Chemnitz dafür zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Gegensatz zu den Einbrüchen vom letzten Jahr, wo Bandenmitglieder dank eines Zeugenhinweises auf frischer Tat gestellt und somit die Serie aufgeklärt werden konnte, stellte sich der 25-jährige Tatverdächtige diesmal selbst. Bei einer Vernehmung in anderer Sache im April 2016 gestand er dem Vernehmer, dass er rückfällig geworden und fast täglich in Lauben eingebrochen sei. Nun waren die Ermittler gefragt.

Geholfen hat den Ermittlern bei der Überführung des Täters ein am Tatort gefundenes Personaldokument, sowie DNA- und Fingerspuren. Weitere Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.

Bei den Einbrüchen wurde alles mitgenommen, was irgendwie brauchbar erschien – Apfelpflücker, Damenbikini, Hornhautentferner, Kekse, Kaffeemaschinen, Besteck, alte Uhren, Fernseher,… Viele Sachen waren auch schon verkauft worden, andere getauscht, so z.B. vier Bohrmaschinen gegen 1 Gramm Crystal. Bei zahlreichen Gegenständen gelang es den Ermittlern bis heute nicht, die Bestohlenen zu finden.

Deshalb werden ab heute auf der Internetseite (http://www.polizei.sachsen.de/de/43864.htm) der Polizeidirektion Chemnitz Fotos markanter Gegenstände veröffentlicht. Damit verbinden die Ermittler die Hoffnung, dass diese wiedererkannt werden. Melden kann man sich in diesem Fall beim Revier Chemnitz Nordost unter revier-chemnitz-nordost.pd-c@polizei.sachsen.de oder unter Telefon 0371 387-495808.

Die Tatorte in Chemnitz erstrecken sich fast über das gesamte Stadtgebiet, liegen jedoch überwiegend im Südwesten, vornehmlich in Gablenz, Sonnenberg und Glösa.

Doch der Tatverdächtige hat nicht nur Sachen gestohlen. Bei den Einbrüchen wurde brachial vorgegangen. In der Bilanz erreicht der Gesamtsachschaden mit mehr als 24.000 Euro fast die Wertsumme der gestohlenen Sachen (rund 28.000 Euro). Das Motiv des 25-Jährigen war nach wie vor, seine Drogen- sowie Spielsucht zu finanzieren.

Am 15. April 2016 erließ der Haftrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz Haftbefehl gegen den 25-Jährigen. Die über 100 Seiten zählende Akte liegt nun der Staatsanwaltschaft Chemnitz zur weiteren Entscheidung vor.