Tourismuszahlen in Dresden weiter rückläufig

Dresden - Vor allem aus Deutschland kommen weiterhin weniger Touristen in die Landeshauptstadt. Das zeigen die aktuellen Tourismuszahlen für den Zeitraum Januar bis September 2016. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Übernachtungszahlen insgesamt um 2 Prozent zurückgegangen. Für Übernachtungen aus dem Innenland ermittelt das Statistischem Landesamt Kamenz sogar ein Minus von 2,6 Prozent.

In den ersten neun Monaten 2016 zählen Dresdner Hoteliers 3.122.767 Übernachtungen. Währen die Zahlen Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt weiter rückläufig sind, kann die Landeshauptstadt ein leichtes Plus von 0,4 Prozent aus dem Ausland verzeichnen. Das Ranking an der Spitze der Auslandsmärkte für Dresden ist in den ersten drei Quartalen des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert. Die meisten Auslandsübernachtungen kommen weiterhin aus den USA (62.429 Übernachtungen, -3,3 Prozent), dicht gefolgt von der Schweiz (61.511 Übernachtungen, +2,1 Prozent) und Österreich (57.790 Übernachtungen, +22,5 Prozent). Das stärkste Wachstum kommt aus Polen (+29,8 Prozent). Im Übernachtungsranking springt das Nachbarland damit von Platz 10 auf Platz 6. Auch aus Österreich (+22,5 Prozent) und den Niederlanden  (+11,2 Prozent) kamen deutlich mehr Übernachtungsgäste. Wegen der schwächelnden Wirtschaft steigt Japan mit einem Minus von 23,4 Prozent von Platz 11 auf 13 ab. Insgesamt haben auch deutlich weniger russische Gäste in Dresden übernachtet. Anhaltende Wirtschaftskrise und Rubelverfall sorgen für ein kräftiges Minus von 11,8 Prozent. Tendenziell deutet sich eine Erholung für diesen Markt an. Zum Vorjahr konnte im September ein Plus von 55,1 Prozent mehr Übernachtungen aus Russland verzeichnet werden.

© Sachsen Fernsehen

Zu den stärksten Monaten zählten erneut Mai und August. Der September rengiert dahinter auf Platz 3 mit fast 420.000 Übernachtungen. Hier hat sich das Volumen um 0,8 Prozent reduziert. Ein Blick auf die Septemberzahlen ist insofern interessant, als dass hier aus dem Inland ein Wachstum von 2 Prozent und aus dem Ausland ein Rückgang von 10 Prozent registriert wurde. Mehrere Kongresse und Tagungen könnten den Inlandzuwachs des Monats erklären. "Die Rückgänge aus einzelnen Auslandsmärkten führen wir u.a. auf die Reisezurückhaltung vor allem der Asiaten (China: -19,3%, Japan: -33,3%) und der Amerikaner (USA: -17,5%, Kanada: -26,2%) zurück, die aufgrund der Anschläge und Attentate in Europa primär Urlaub im eigenen Kontinent realisiert haben. Zudem spielen der Brexit mit dem abgewerteten Pfund eine Rolle für den Rückgang der englischen Gäste (Vereinigtes Königreich:-28,5% in den Übernachtungen im September)", erklärt Bettina Bunge, Geschäftsführerin von Dresden Marketing (DMG).
Das Stadtmarketing der Sächsischen Landeshauptstadt kämpft seit 2015 nach langen Jahren des Wachstums gegen den Rückgang im Dresden-Tourismus. 2016 konnte dieser weiterhin nicht gestoppt werden. Das angeschlagene Image Dresdens sowie Sicherheitsbedenken der Ausländer im Hinblick auf Europareisen benennt die stadteigene Vermarktungsgesellschaft als Ursachen.