Trotz Brandanschlag und abgetrennter Finger: Leipzig feiert friedlich ins neue Jahr

Leipzig – Mit großem Feuerwerk und überwiegend friedlich begrüßten die Leipziger am Wochenende das neue Jahr. Vielerorts wurden die Silvesterfeierlichkeiten dabei mit einem Großaufgebot der Polizei abgesichert.

Bereits im Vorfeld wurden erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, so waren beispielsweise etwa 1.000 Polizisten über die Jahreswende im Einsatz.

Uwe Voigt, Pressesprecher der Polizeidirektion Leipzig: „Es war überwiegend ruhig, das Sicherheitskonzept hat voll gegriffen. Im Konzept gab es drei Schwerpunkte: das Connewitzer Kreuz, die Südvorstadt und der Augustusplatz. Dort waren wir mit mehreren Hundertschaften vor Ort.“

Ab 19 Uhr wurde wie geplant der Verkehr an den neuralgischen Punkten eingeschränkt. Zudem galt rund um das Connewitzer Kreuz Verbot für Spontandemos, da es in den vergangenen Jahren mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Links- und Rechtsradikalen sowie der Polizei gekommen ist. In diesem Jahr blieb es friedlich.

Im Bereich des Augustusplatzes kam es zu drei vorläufigen Festnahmen. Dabei ging es um körperliche Auseinandersetzungen zwischen mehreren Personen.

Zu einem größeren Einsatz wurden Feuerwehr und Polizei um 0:22 Uhr in die Georg-Schumann-Straße gerufen. Dort wurden Scheiben des Arbeitsamtes eingeschlagen und durch die entstandenen Öffnungen Brandbeschleuniger geworfen.

„Der Einsatz der Feuerwehr begann umgehend, wodurch schlimmeres verhindert werden konnte. Es gab zwar einen sehr schweren Sachschaden, jedoch keine verletzten Personen und auch keinen Brand ganzer Gebäudeteile“, erklärte Hermann Leistner, der Pressesprecher der Agentur für Arbeit Leipzig.

In zwei Flügeln des Gebäudes sind mehrere Büroräume, ein Lager sowie ein Sozialraum des Jobcenters weitestgehend ausgebrannt. Trotz des entstandenen Schadens konnte der reguläre Dienstbetrieb sichergestellt werden.

© Holger Baumgärtner

Der wohl skurrilste Vorfall zum Jahreswechsel ereignete sich im Tunnel zwischen Hauptbahnhof und LVB-Turm. Gegen 1 Uhr fand die Bundespolizei hier zwei offenbar abgesprengte Finger.

„Diese konnten wir zuerst nicht zuordnen. Die weiteren Ermittlungen gemeinsam mit der Bundespolizei haben ergeben, dass sich eine Person um 01:20 Uhr im Notfallzentrum gemeldet hat. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die zwei Finger zu dieser Person gehören, bzw. hat diese Person geäußert, dass es sich um einen pyrotechnischen Unfall gehandelt haben könnte“, so Uwe Voigt von der Polizeidirektion Leipzig.

Gegen 1 Uhr hatten die feiernden Leipziger den Augustusplatz wieder verlassen und die Stadtreinigung konnte mit den Aufräumarbeiten beginnen. Anderthalb Stunden später, gegen 02:30 Uhr, konnte am Connewitzer Kreuz der Straßenbahn- und Individualverkehr wieder aufgenommen werden.

Abgesichert wurde der Silvestereinsatz durch Kräfte der Polizeidirektion Leipzig mit der Unterstützung der Bereitschaftspolizei Sachsen, dem Polizeiverwaltungsamt sowie der Bundespolizei.